Wachstumsphase
Die Wachstumsphase, auch als vegetative Phase bezeichnet, ist die Entwicklungsperiode im Lebenszyklus der Cannabispflanze, die direkt nach dem Sämlingsstadium beginnt und vor der Einleitung der BlütephaseDie Blütephase ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze, in dem sie ihre Blüten (Buds) entwickelt. Sie wird durch eine Verkürzung der täglichen Lichtstunden eingeleitet und ist entscheidend für den späteren Ertrag und die Potenz der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki endet. In dieser entscheidenden Zeit konzentriert die Pflanze ihre gesamte Energie auf die Entwicklung einer robusten Struktur. Sie bildet primär Blätter, Stängel, Zweige und ein kräftiges Wurzelsystem. Eine gesunde und ausgedehnte Wachstumsphase legt das fundamentale Gerüst für die spätere Blütenproduktion und ist somit direkt für das Ertragspotenzial der Pflanze verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis
- Die Bedeutung der Wachstumsphase im Lebenszyklus
- Photoperiodismus: Der entscheidende Lichtzyklus
- Dauer der Wachstumsphase
- Pflege und Umweltfaktoren
- Siehe auch
Die Bedeutung der Wachstumsphase im Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von CannabisCannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie wird seit Jahrtausenden als Faser-, Heil- und Rauschmittelpflanze genutzt. Die Hauptarten sind Sativa, Indica und Ruderalis. Mehr dazu im Grow-Wiki lässt sich grob in vier Hauptstadien unterteilen: KeimungDie Keimung ist der biologische Prozess, bei dem ein Pflanzensamen aus seiner Ruhephase erwacht und zu wachsen beginnt. Aus dem Samen entwickeln sich die Keimwurzel und der Keimling. Mehr dazu im Grow-Wiki, Wachstumsphase, Blütephase und ErnteDie Ernte ist der Prozess des Abschneidens der reifen Cannabisblüten. Der richtige Zeitpunkt, primär bestimmt durch die Trichomfarbe, ist entscheidend für die spätere Potenz, das Aroma und die Wirkung des Endprodukts. Mehr dazu im Grow-Wiki. Die vegetative Phase fungiert dabei als das Fundament des gesamten Zyklus. Je größer, gesünder und strukturierter eine Pflanze in dieser Phase wird, desto mehr Energie kann sie später in die Entwicklung von dichten und harzigen BlütenEin Bud ist die Blüte der weiblichen Cannabispflanze, in der Cannabinoide und Terpene produziert werden. Er besteht aus einer Ansammlung von Blütenkelchen (Calyxen), Stempeln (Pistillen) und Trichomen. Mehr dazu im Grow-Wiki investieren.
Die in der Wachstumsphase gebildeten FächerblätterFächerblätter sind die großen, handförmigen Blätter der Cannabispflanze. Als primäre Organe der Photosynthese sind sie für die Energieproduktion zuständig. Ihre Entfernung (Entlauben) ist eine gängige Technik zur Ertragssteigerung. Mehr dazu im Grow-Wiki agieren wie Solarzellen, die durch Photosynthese die Energie für das gesamte Pflanzenwachstum erzeugen. Ein kräftiger HauptstammDer Haupttrieb, auch als Hauptstamm bekannt, ist die zentrale vertikale Achse einer Cannabispflanze. An seiner Spitze entwickelt sich die größte und schwerste Blüte, die sogenannte "Headbud" oder Haupt-Cola. Mehr dazu im Grow-Wiki und stabile Seitenäste sind notwendig, um das Gewicht der zukünftigen Blüten tragen zu können. Ein weit verzweigtes Wurzelsystem sorgt für eine optimale Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Fehler oder Mängel in dieser Phase, wie beispielsweise ein NährstoffmangelEin Nährstoffmangel liegt vor, wenn einer Pflanze ein für ihr Wachstum essenzielles Element nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Dies führt zu typischen Symptomen wie verfärbten Blättern oder Wachstumsstörungen. Die häufigste Ursache ist nicht fehlender Dünger, sondern ein falscher pH-Wert. Mehr dazu im Grow-Wiki oder Schädlingsbefall, können die Pflanze nachhaltig schwächen und den finalen Ertrag erheblich reduzieren.
Photoperiodismus: Der entscheidende Lichtzyklus
Cannabis ist eine photoperiodische PflanzeEine photoperiodische Sorte ist eine Cannabispflanze, deren Übergang von der Wachstums- zur Blütephase von der Dauer der täglichen Dunkelperiode abhängt. Sie benötigt verkürzte Tage (typischerweise 12 Stunden Dunkelheit), um mit der Blütenbildung zu beginnen. Mehr dazu im Grow-Wiki, was bedeutet, dass ihr Lebenszyklus stark von der Dauer der täglichen Licht- und Dunkelphasen beeinflusst wird.
Lichtzyklus für photoperiodische Sorten
Um im vegetativen Zustand zu bleiben, benötigen photoperiodische Cannabissorten lange Tage und kurze Nächte. Im Outdoor-Anbau entspricht dies der natürlichen Zunahme der Tageslänge im Frühling und Sommer. Indoor-Gärtner simulieren diese Bedingungen, indem sie einen LichtzyklusDer Lichtzyklus bezeichnet das Verhältnis von Licht- zu Dunkelstunden innerhalb von 24 Stunden. Er ist der entscheidende Auslöser, der photoperiodischen Cannabispflanzen signalisiert, ob sie wachsen (lange Tage) oder blühen (kurze Tage) sollen. Mehr dazu im Grow-Wiki von 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) einstellen. Dieser Zyklus hat sich als Industriestandard etabliert, da er ein kräftiges Wachstum fördert und der Pflanze gleichzeitig eine kurze Erholungsphase in der Dunkelheit gönnt. Alternativen wie 20/4 oder sogar eine durchgehende Beleuchtung von 24/0 sind möglich, jedoch ist der Nutzen im Vergleich zum höheren Energieverbrauch umstritten. Die Pflanze verbleibt so lange in der Wachstumsphase, wie dieser Lichtzyklus aufrechterhalten wird.
Die Besonderheit bei Autoflowering-Sorten
Autoflowering-SortenAutoflower, oder selbstblühendes Cannabis, ist eine Cannabis-Art, die nicht auf eine Veränderung des Lichtzyklus angewiesen ist, um in die Blütephase zu wechseln. Sie beginnt nach einer genetisch festgelegten Zeitspanne von selbst zu blühen. Mehr dazu im Grow-Wiki (selbstblühende Sorten) stellen eine Ausnahme dar. Ihre GenetikDie Genetik ist der genetische Bauplan einer Cannabispflanze. Sie legt alle potenziellen Eigenschaften wie Wuchshöhe, Blütezeit, Cannabinoid-Profil, Terpene und Schädlingsresistenz fest und ist die wichtigste Entscheidung für jeden Gärtner. Mehr dazu im Grow-Wiki enthält Anteile von Cannabis RuderalisCannabis Ruderalis ist eine wildwachsende Unterart von Cannabis, die sich durch ihre Robustheit und ihre Fähigkeit auszeichnet, unabhängig vom Lichtzyklus (selbstblühend) in die Blüte zu gehen. Sie ist die genetische Basis für moderne Autoflower-Sorten. Mehr dazu im Grow-Wiki, einer Unterart, die nicht auf Lichtzyklen reagiert, um die Blüte einzuleiten. Stattdessen beginnen sie nach einer genetisch festgelegten Zeitspanne von typischerweise 2-4 Wochen automatisch zu blühen. Dennoch profitieren auch sie während ihrer kurzen Wachstumsphase von langen Lichtperioden wie 18/6 oder 20/4, um in der begrenzten Zeit so viel Biomasse wie möglich aufzubauen.
Dauer der Wachstumsphase
Die Länge der vegetativen Phase ist einer der flexibelsten Aspekte beim Cannabisanbau und hängt stark von der Anbaumethode und den Zielen des Gärtners ab.
- Outdoor-Anbau: Im Freien wird die Dauer von der Natur vorgegeben. Die Pflanzen beginnen im Frühling zu wachsen, wenn die Tage länger werden, und verbleiben den gesamten Sommer über in der Wachstumsphase. Der Übergang zur Blüte wird erst eingeleitet, wenn die Tage ab Spätsommer (meist im August auf der Nordhalbkugel) wieder kürzer werden.
- Indoor-AnbauBeim Indoor-Anbau (auch Indoor-Grow) wird Cannabis in einem geschlossenen, künstlich kontrollierten Umfeld gezüchtet. Dies ermöglicht die Steuerung von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ist aber mit höheren Kosten und Aufwand verbunden. Mehr dazu im Grow-Wiki: In einem kontrollierten Umfeld hat der Gärtner die volle Kontrolle. Durch die Umstellung des Lichtzyklus von 18/6 auf 12/12 (12 Stunden Licht, 12 Stunden Dunkelheit) wird der Pflanze der „Herbst“ signalisiert, was die Blütephase einleitet. Eine typische Wachstumsphase dauert hier zwischen 3 und 8 Wochen. Eine kürzere Phase führt zu kleineren, schneller erntereifen Pflanzen, während eine längere Phase zu größeren Pflanzen mit einem höheren Ertragspotenzial führt.
Pflege und Umweltfaktoren
Um ein optimales vegetatives Wachstum zu gewährleisten, müssen mehrere Umweltfaktoren präzise gesteuert werden.
Nährstoffbedarf
In der Wachstumsphase hat die Pflanze einen hohen Bedarf an StickstoffStickstoff (N) ist ein primärer Makronährstoff und der Motor für das vegetative Wachstum von Cannabis. Er ist ein zentraler Baustein für Chlorophyll sowie Proteine und verantwortlich für die Entwicklung kräftiger, grüner Blätter und Stängel. Mehr dazu im Grow-Wiki (N). Stickstoff ist ein wesentlicher Baustein für Chlorophyll und Proteine und somit entscheidend für die Entwicklung von Blättern und Stängeln. DüngemittelDünger ist eine Substanz, die Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen versorgt, die für ihr Wachstum notwendig sind. Man unterscheidet zwischen organischen Düngern, die das Bodenleben fördern, und schnell wirkenden mineralischen Düngern. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Mehr dazu im Grow-Wiki für diese Phase weisen daher ein hohes N-P-K-Verhältnis auf, bei dem der erste Wert (N) dominiert. Auch sekundäre Nährstoffe wie Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg) sowie MikronährstoffeMikronährstoffe, auch Spurenelemente genannt, sind chemische Elemente, die von der Cannabispflanze nur in geringen Konzentrationen benötigt werden. Sie sind jedoch für wichtige Stoffwechselfunktionen, wie die Enzymaktivität, unerlässlich. Mehr dazu im Grow-Wiki sind für eine gesunde Entwicklung unerlässlich.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die ideale Temperatur für die vegetative Phase liegt tagsüber zwischen 22 °C und 28 °C. Die relative LuftfeuchtigkeitDie relative Luftfeuchtigkeit (RLF) beschreibt den Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf. Im Cannabisanbau steuert sie die Transpiration, Nährstoffaufnahme und das Risiko von Schimmelbefall. Die idealen Werte ändern sich je nach Lebensphase der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki sollte etwas höher sein als in der Blütephase, idealerweise zwischen 40 % und 70 %. Eine höhere Luftfeuchtigkeit reduziert den Wasserstress für junge Pflanzen und fördert ein üppiges Blattwachstum.
Trainingstechniken
Die Wachstumsphase ist der perfekte Zeitpunkt, um die Struktur der Pflanze durch verschiedene TrainingstechnikenBeschneiden bezeichnet im Cannabisanbau das gezielte Entfernen von Pflanzenteilen wie Blättern, Trieben oder Zweigen, um das Wachstum zu lenken, die Belüftung zu verbessern und den Ertrag zu maximieren. Mehr dazu im Grow-Wiki zu formen. Methoden wie ToppingTopping, auch "Köpfen" genannt, ist eine High-Stress-Training (HST) Schnitttechnik. Dabei wird der oberste Haupttrieb der Pflanze entfernt, um das vertikale Wachstum zu stoppen und die Pflanze anzuregen, zwei neue Haupttriebe zu bilden. Dies führt zu einer buschigeren Struktur und mehr Blütenständen. Mehr dazu im Grow-Wiki (das Abschneiden der Haupttriebspitze) oder Low-Stress-TrainingLow-Stress-Training (LST) ist eine Pflanzentrainingstechnik, bei der Triebe sanft heruntergebogen und fixiert werden, um die apikale Dominanz zu brechen. Dies fördert ein buschigeres Wachstum und eine bessere Lichtverteilung, was zu einem höheren Ertrag führt. Mehr dazu im Grow-Wiki (LST) (das sanfte Herunterbinden von Ästen) regen die Pflanze an, buschiger zu wachsen und mehrere Hauptblüten anstelle von nur einer zu entwickeln. Dies optimiert die Lichtausnutzung und kann den finalen Ertrag erheblich steigern.
