Lichtzyklus

Der Lichtzyklus, auch als Photoperiode bezeichnet, beschreibt das tägliche Verhältnis von Lichtstunden zu Dunkelstunden, dem eine Pflanze ausgesetzt ist. Für photoperiodische Cannabissorten ist der Lichtzyklus der entscheidende Umweltfaktor, der wie ein biologischer Schalter fungiert und der Pflanze signalisiert, in welcher Lebensphase sie sich befindet: in der vegetativen Wachstumsphase oder in der Blütephase. Beim Outdoor-Anbau wird dieser Zyklus von der Natur vorgegeben, während er beim Indoor-Anbau künstlich gesteuert wird.

Inhaltsverzeichnis

Der natürliche Lichtzyklus im Outdoor-Anbau

Im Freien richtet sich die Cannabispflanze nach dem Rhythmus der Jahreszeiten.

  • Wachstumsphase im Frühling und Sommer: Nach der Keimung im Frühling werden die Tage kontinuierlich länger. Die lange Lichteinwirkung (oft über 14 Stunden pro Tag) signalisiert der Pflanze, ihre gesamte Energie in das vegetative Wachstum zu investieren. Sie bildet verstärkt Blätter, Äste und Wurzeln aus, um so groß und stark wie möglich zu werden.
  • Blütephase im Spätsommer und Herbst: Ab der Sommersonnenwende Ende Juni werden die Tage wieder kürzer. Sobald die tägliche Lichtdauer einen kritischen Wert von etwa 12 bis 14 Stunden unterschreitet, interpretiert die Pflanze dies als Zeichen für den nahenden Winter. Sie stellt ihr Wachstum ein und leitet die Blütephase ein, um ihre Fortpflanzung durch die Produktion von Blüten und Samen zu sichern.

Die Steuerung des Lichtzyklus im Indoor-Anbau

Indoor-Gärtner haben die volle Kontrolle über den Lichtzyklus und können ihn nutzen, um die Lebensphasen der Pflanze exakt zu steuern.

  • 18/6 für die Wachstumsphase: Der gängigste Lichtzyklus für die vegetative Phase ist 18 Stunden Licht gefolgt von 6 Stunden Dunkelheit. Dieses Verhältnis simuliert einen langen Sommertag und fördert ein maximales vegetatives Wachstum.
  • 12/12 zur Einleitung der Blüte: Um eine photoperiodische Pflanze in die Blüte zu schicken, wird der Lichtzyklus abrupt auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit umgestellt. Die lange, ununterbrochene Dunkelphase ist hier der entscheidende Auslöser. Schon kurze Störungen der Dunkelheit (z.B. durch Lichteinfall) können die Pflanze stressen und zu Problemen wie Zwittrigkeit führen.

Die Ausnahme: Autoflower-Cannabis

Sogenannte selbstblühende oder Autoflower-Sorten stellen eine wichtige Ausnahme dar. Ihre Genetik enthält Anteile von Cannabis Ruderalis, einer Unterart, die in Regionen mit extrem kurzen Sommern heimisch ist. Diese Pflanzen sind nicht vom Lichtzyklus abhängig, um mit der Blüte zu beginnen. Stattdessen blühen sie automatisch nach Erreichen eines bestimmten Alters, meist nach 3-4 Wochen vegetativem Wachstum.

Aus diesem Grund können Autoflower-Pflanzen während ihres gesamten Lebenszyklus mit einem Lichtzyklus von 18/6 oder sogar 20/4 angebaut werden, was besonders im Outdoor-Anbau in kühleren Klimazonen mit kurzen Sommern von Vorteil ist.

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