Photoperiodische Sorte

Eine photoperiodische Sorte ist eine Cannabispflanze, deren Lebenszyklus, insbesondere der Beginn der Blütephase, direkt von der Länge der täglichen Licht- und Dunkelperioden gesteuert wird. Dieser Typ repräsentiert die ursprüngliche, natürliche Form von Cannabis, die sich an den Wechsel der Jahreszeiten angepasst hat. Im Gegensatz zu Autoflower-Sorten beginnen photoperiodische Sorten nicht nach einer festgelegten Zeit zu blühen, sondern erst, wenn die Tage kürzer werden.

Inhaltsverzeichnis

Der Lichtzyklus als Auslöser der Blüte

Das Prinzip hinter photoperiodischen Sorten wird als Photoperiodismus bezeichnet. Die Pflanzen besitzen spezielle Photorezeptoren, die die Dauer der ununterbrochenen Dunkelheit messen.

  • Wachstumsphase (vegetative Phase): Solange die Pflanze langen Tagen mit mehr als 14-16 Stunden Licht und entsprechend kurzen Nächten ausgesetzt ist, verbleibt sie in der vegetativen Phase. Dies simuliert die Bedingungen im Frühling und Frühsommer. In dieser Zeit konzentriert die Pflanze ihre gesamte Energie auf das Wachstum von Wurzeln, Stängeln und Blättern, um eine kräftige Struktur aufzubauen.
  • Blütephase: Der entscheidende Auslöser für die Blüte ist eine Verlängerung der ununterbrochenen Dunkelphase auf etwa 12 Stunden pro Tag. Dies signalisiert der Pflanze, dass der Herbst naht und es Zeit ist, sich fortzupflanzen. Sie stellt ihr Wachstum um und beginnt mit der Produktion von Blüten (Buds). Beim Indoor-Anbau wird dieser Wechsel künstlich durch die Umstellung der Zeitschaltuhr von 18/6 auf 12/12 Stunden Licht/Dunkelheit herbeigeführt. Outdoor geschieht dies automatisch, wenn die Tage nach der Sommersonnenwende kürzer werden.

Schon kurze Lichtstörungen während der Dunkelphase (z.B. durch eine Straßenlaterne) können diesen Prozess stören und die Pflanze stressen, was zu verringertem Ertrag oder sogar zur Zwitterbildung führen kann.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Die Abhängigkeit vom Lichtzyklus bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich, die je nach Anbaumethode und Ziel des Gärtners abgewogen werden müssen.

Vorteile

  • Kontrolle über die Größe: Der Gärtner kann die vegetative Phase beliebig verlängern, um die Pflanze zur gewünschten Größe heranwachsen zu lassen, bevor die Blüte eingeleitet wird.
  • Höheres Ertragspotenzial: Durch die längere und steuerbare Wachstumsphase können photoperiodische Sorten oft zu massiven Pflanzen heranwachsen, die einen deutlich höheren Ertrag als Autoflowers liefern.
  • Möglichkeit der Klonerstellung: Von einer photoperiodischen Mutterpflanze, die dauerhaft unter 18 oder mehr Stunden Licht gehalten wird, können unendlich viele genetisch identische Stecklinge (Klone) geschnitten werden.

Nachteile

  • Abhängigkeit von den Jahreszeiten (Outdoor): Beim Anbau im Freien ist man an den natürlichen Lichtzyklus gebunden. Die Blüte beginnt erst im Spätsommer, was in Regionen mit kurzen Sommern und feuchten Herbsten zu Problemen mit Schimmel führen kann.
  • Empfindlichkeit gegenüber Lichtverschmutzung: Outdoor-Pflanzen können in ihrer Blüte gestört werden, wenn sie nachts künstlichem Licht ausgesetzt sind.

Siehe auch