Autoflower

Autoflower-Cannabis, auch als selbstblühendes oder automatisches Cannabis bezeichnet, ist eine spezielle Art von Cannabis, deren Blütephase nicht durch eine Veränderung des Lichtzyklus, sondern durch ihr Alter ausgelöst wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen photoperiodischen Sorten, die eine Reduzierung der täglichen Lichtstunden benötigen, um vom vegetativen Wachstum in die Blüte zu wechseln, folgen Autoflower-Pflanzen einem festen inneren Zeitplan. Diese Eigenschaft macht sie besonders für Anfänger und für den Anbau unter nicht optimalen Lichtbedingungen interessant.

Inhaltsverzeichnis

Der Ursprung: Die Ruderalis-Genetik

Die selbstblühende Eigenschaft stammt von einer dritten Cannabis-Unterart namens Cannabis ruderalis. Diese wächst wild in den rauen, kalten Regionen Sibiriens und Nordasiens, wo die Sommer extrem kurz sind. Um sich unter diesen Bedingungen fortpflanzen zu können, entwickelte die Ruderalis-Pflanze die Fähigkeit, sehr schnell zu wachsen und automatisch zu blühen, sobald sie ein bestimmtes Alter erreicht – unabhängig von der Tageslänge.

Moderne Autoflower-Sorten sind Hybriden, die durch die Kreuzung dieser robusten Ruderalis-Genetik mit bekannten Indica- und Sativa-Sorten entstanden sind. Dadurch kombinieren sie die selbstblühende Eigenschaft und die Widerstandsfähigkeit der Ruderalis mit der Potenz, dem Aroma und dem Ertrag der photoperiodischen Sorten.

Vorteile von Autoflower-Sorten

Für Gärtner bieten Autoflower-Pflanzen eine Reihe von signifikanten Vorteilen, insbesondere im Outdoor-Bereich:

  • Schneller Lebenszyklus: Viele Autoflower-Sorten sind bereits 8 bis 10 Wochen nach der Keimung erntereif. Dies ermöglicht es Gärtnern in kühleren Klimazonen, eine Ernte vor dem nasskalten Herbstwetter einzufahren. Es sind sogar mehrere Ernten pro Saison möglich.
  • Lichtunabhängigkeit: Da sie keine spezifische Lichtperiode für die Blüte benötigen, sind sie unempfindlich gegenüber „Lichtverschmutzung“ durch Straßenlaternen oder andere künstliche Lichtquellen.
  • Kompakte und diskrete Größe: Autoflower-Pflanzen bleiben in der Regel deutlich kleiner als photoperiodische Sorten, was sie ideal für den unauffälligen Anbau auf dem Balkon, der Terrasse oder im Guerilla-Anbau macht.
  • Robustheit: Durch ihre Ruderalis-Abstammung sind sie oft widerstandsfähiger gegenüber Temperaturschwankungen und weniger anfällig für Schädlinge.

Nachteile und Einschränkungen

Trotz ihrer vielen Vorteile gibt es auch einige Nachteile, die zu berücksichtigen sind:

  • Geringerer Ertrag: Aufgrund ihrer kleineren Statur und des kürzeren Lebenszyklus fällt der Ertrag pro Pflanze in der Regel geringer aus als bei einer großen, photoperiodischen Pflanze.
  • Weniger fehlerverzeihend: Der vegetative Wachstumszeitraum ist sehr kurz und genetisch festgelegt. Stress durch Nährstoffprobleme, falsches Gießen oder radikale Trainingsmethoden kann die Pflanze in ihrer Entwicklung stark hemmen, da ihr die Zeit zur Erholung fehlt.
  • Keine Stecklinge möglich: Da die Blüte vom Alter abhängt, ist es nicht möglich, Klone (Stecklinge) von einer Autoflower-Mutterpflanze zu nehmen. Ein Steckling hätte dasselbe Alter wie die Mutterpflanze und würde sofort zu blühen beginnen, ohne sich zu einer nennenswerten Pflanze zu entwickeln.

Früher galten Autoflower-Sorten zudem als weniger potent. Durch intensive Züchtungsarbeit haben moderne selbstblühende Genetiken in Bezug auf den THC-Gehalt und das Terpenprofil jedoch stark aufgeholt und stehen potenten photoperiodischen Sorten oft in nichts mehr nach.

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