Topping
Topping, auch als „Köpfen“ bekannt, ist eine bewährte Schnitttechnik aus dem Bereich des High-Stress-Trainings (HSTHigh-Stress-Training (HST) bezeichnet Anbaumethoden, bei denen eine Cannabispflanze gezielt verletzt wird (z.B. durch Schneiden oder Brechen), um die apikale Dominanz zu brechen. Ziel ist ein buschigeres Wachstum und eine Steigerung des Ertrags. Mehr dazu im Grow-Wiki), bei der die oberste Spitze des Haupttriebs einer Cannabispflanze sauber entfernt wird. Diese gezielte BeschneidungBeschneiden bezeichnet im Cannabisanbau das gezielte Entfernen von Pflanzenteilen wie Blättern, Trieben oder Zweigen, um das Wachstum zu lenken, die Belüftung zu verbessern und den Ertrag zu maximieren. Mehr dazu im Grow-Wiki unterbricht das natürliche, aufwärts gerichtete Wachstum und regt die Pflanze dazu an, ihre Energie in die darunterliegenden Seitentriebe zu leiten. Das Ergebnis ist eine buschigere, breitere Pflanzenstruktur mit mehreren Hauptblüten anstelle einer einzigen dominanten Cola.
Inhaltsverzeichnis
- Das Prinzip der Apikaldominanz
- Vorteile des Toppings im Outdoor-Anbau
- Der richtige Zeitpunkt und die richtige Vorgehensweise
- Siehe auch
Das Prinzip der Apikaldominanz
Die Wirkungsweise des Toppings basiert auf der Aufhebung der sogenannten Apikaldominanz. Die oberste Triebspitze einer Pflanze produziert das WachstumshormonAuxin ist eine Klasse von Pflanzenhormonen, die für zentrale Wachstumsprozesse wie Zellstreckung (Apikale Dominanz) und Wurzelbildung verantwortlich ist. Es ist die wissenschaftliche Grundlage für Trainingstechniken wie Topping und LST. Mehr dazu im Grow-Wiki Auxin, welches nach unten transportiert wird und das Wachstum der seitlichen Triebe unterdrückt. Dies führt zu einer typischen Tannenbaumform, bei der die Pflanze vorrangig in die Höhe wächst, um das meiste Licht zu erhalten.
Durch das Entfernen dieser dominanten Spitze (dem apikalen Meristem) wird die Auxin-Produktion gestoppt. Die Pflanze verteilt ihre Wachstumsenergie neu und die beiden direkt unter dem Schnitt liegenden Seitentriebe entwickeln sich zu zwei neuen, gleichwertigen Haupttrieben. Wiederholt man diesen Vorgang, kann die Anzahl der Hauptblüten exponentiell gesteigert werden (von 1 auf 2, dann 4, 8 usw.).
Vorteile des Toppings im Outdoor-Anbau
Während Topping auch im Indoor-AnbauBeim Indoor-Anbau (auch Indoor-Grow) wird Cannabis in einem geschlossenen, künstlich kontrollierten Umfeld gezüchtet. Dies ermöglicht die Steuerung von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ist aber mit höheren Kosten und Aufwand verbunden. Mehr dazu im Grow-Wiki beliebt ist, bietet es für den Anbau im Freien spezifische Vorteile:
- Ertragssteigerung: Anstelle einer einzelnen, oft sehr großen HauptblüteEine Cola bezeichnet den dichten Blütencluster, der sich an der Spitze des Hauptstamms (Haupt-Cola) oder an den Enden der Seitenäste einer Cannabispflanze bildet. Sie ist das primäre Ziel der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki (Main BudEin Bud ist die Blüte der weiblichen Cannabispflanze, in der Cannabinoide und Terpene produziert werden. Er besteht aus einer Ansammlung von Blütenkelchen (Calyxen), Stempeln (Pistillen) und Trichomen. Mehr dazu im Grow-Wiki), entstehen viele kleinere, aber in der Summe oft schwerere Hauptblüten.
- Bessere Lichtausnutzung: Eine breitere, flachere Kronenform ermöglicht es der Pflanze, das Sonnenlicht effizienter auf eine größere Blattfläche zu verteilen.
- Reduziertes Schimmelrisiko: Eine riesige, dichte Hauptblüte ist im feuchten Herbstwetter extrem anfällig für GrauschimmelGrauschimmel, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea, ist eine der häufigsten und zerstörerischsten Pflanzenkrankheiten bei Cannabis. Er befällt vor allem dichte, reife Blüten bei feuchtkühler Witterung und führt zur Unbrauchbarkeit der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki (Botrytis). Mehrere kleinere Blütenstände trocknenDie Trocknung ist der Prozess, bei dem frisch geernteten Cannabisblüten kontrolliert Wasser entzogen wird. Dies ist ein entscheidender Schritt vor dem Curing, um Schimmel zu verhindern und die Qualität des Endprodukts zu sichern. Mehr dazu im Grow-Wiki nach Regen schneller ab und sind besser durchlüftet.
- Diskretion und Kontrolle: Die Pflanze wächst weniger in die Höhe und ist somit unauffälliger. Dies ist besonders vorteilhaft für den Anbau auf dem Balkon oder an Orten, die eine gewisse Diskretion erfordern.
Der richtige Zeitpunkt und die richtige Vorgehensweise
Der Erfolg des Toppings hängt entscheidend vom richtigen Timing ab. Die Technik sollte ausschließlich während der vegetativen Phase angewendet werden, wenn die Pflanze aktiv an Größe und Blattmasse zunimmt. Als Faustregel gilt, dass eine Pflanze mindestens 5 bis 6 NodienEin Nodium, auch Knotenpunkt genannt, ist die Stelle am Hauptstamm oder an einem Ast der Cannabispflanze, aus der neue Blätter, Zweige und später auch Blüten wachsen. Die Abstände zwischen den Nodien (Internodien) geben Aufschluss über das Streckungsverhalten der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki (Blattpaare) entwickelt haben sollte, bevor sie zum ersten Mal getoppt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist sie robust genug, um den Stress des Schnitts gut zu verkraften und schnell zu regenerieren.
Von einem Topping bei sehr jungen Sämlingen, kranken Pflanzen oder bei Autoflower-Sorten wird in der Regel abgeraten. Autoflower-Pflanzen haben eine genetisch festgelegte, sehr kurze WachstumsphaseDie Wachstumsphase (vegetative Phase) ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze nach der Keimung, in dem sie hauptsächlich Stängel, Blätter und Wurzeln entwickelt, um eine robuste Struktur für die spätere Blütephase aufzubauen. Mehr dazu im Grow-Wiki, die oft nicht ausreicht, um sich vollständig von dem Stress zu erholen, was zu Ertragseinbußen führen kann.
