Topping

Topping, auch als „Köpfen“ bekannt, ist eine bewährte Schnitttechnik aus dem Bereich des High-Stress-Trainings (HST), bei der die oberste Spitze des Haupttriebs einer Cannabispflanze sauber entfernt wird. Diese gezielte Beschneidung unterbricht das natürliche, aufwärts gerichtete Wachstum und regt die Pflanze dazu an, ihre Energie in die darunterliegenden Seitentriebe zu leiten. Das Ergebnis ist eine buschigere, breitere Pflanzenstruktur mit mehreren Hauptblüten anstelle einer einzigen dominanten Cola.

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Das Prinzip der Apikaldominanz

Die Wirkungsweise des Toppings basiert auf der Aufhebung der sogenannten Apikaldominanz. Die oberste Triebspitze einer Pflanze produziert das Wachstumshormon Auxin, welches nach unten transportiert wird und das Wachstum der seitlichen Triebe unterdrückt. Dies führt zu einer typischen Tannenbaumform, bei der die Pflanze vorrangig in die Höhe wächst, um das meiste Licht zu erhalten.

Durch das Entfernen dieser dominanten Spitze (dem apikalen Meristem) wird die Auxin-Produktion gestoppt. Die Pflanze verteilt ihre Wachstumsenergie neu und die beiden direkt unter dem Schnitt liegenden Seitentriebe entwickeln sich zu zwei neuen, gleichwertigen Haupttrieben. Wiederholt man diesen Vorgang, kann die Anzahl der Hauptblüten exponentiell gesteigert werden (von 1 auf 2, dann 4, 8 usw.).

Vorteile des Toppings im Outdoor-Anbau

Während Topping auch im Indoor-Anbau beliebt ist, bietet es für den Anbau im Freien spezifische Vorteile:

  • Ertragssteigerung: Anstelle einer einzelnen, oft sehr großen Hauptblüte (Main Bud), entstehen viele kleinere, aber in der Summe oft schwerere Hauptblüten.
  • Bessere Lichtausnutzung: Eine breitere, flachere Kronenform ermöglicht es der Pflanze, das Sonnenlicht effizienter auf eine größere Blattfläche zu verteilen.
  • Reduziertes Schimmelrisiko: Eine riesige, dichte Hauptblüte ist im feuchten Herbstwetter extrem anfällig für Grauschimmel (Botrytis). Mehrere kleinere Blütenstände trocknen nach Regen schneller ab und sind besser durchlüftet.
  • Diskretion und Kontrolle: Die Pflanze wächst weniger in die Höhe und ist somit unauffälliger. Dies ist besonders vorteilhaft für den Anbau auf dem Balkon oder an Orten, die eine gewisse Diskretion erfordern.

Der richtige Zeitpunkt und die richtige Vorgehensweise

Der Erfolg des Toppings hängt entscheidend vom richtigen Timing ab. Die Technik sollte ausschließlich während der vegetativen Phase angewendet werden, wenn die Pflanze aktiv an Größe und Blattmasse zunimmt. Als Faustregel gilt, dass eine Pflanze mindestens 5 bis 6 Nodien (Blattpaare) entwickelt haben sollte, bevor sie zum ersten Mal getoppt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist sie robust genug, um den Stress des Schnitts gut zu verkraften und schnell zu regenerieren.

Von einem Topping bei sehr jungen Sämlingen, kranken Pflanzen oder bei Autoflower-Sorten wird in der Regel abgeraten. Autoflower-Pflanzen haben eine genetisch festgelegte, sehr kurze Wachstumsphase, die oft nicht ausreicht, um sich vollständig von dem Stress zu erholen, was zu Ertragseinbußen führen kann.

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