Bud

Der Begriff Bud (englisch für Knospe) ist die gebräuchliche Bezeichnung für die Blüte der weiblichen Cannabispflanze. Es handelt sich dabei um den Teil der Pflanze, der wegen seines hohen Gehalts an Cannabinoiden wie THC und CBD sowie Terpenen geerntet wird. Ein Bud ist botanisch gesehen keine einzelne Blüte, sondern eine dichte Ansammlung (Infloreszenz) vieler kleiner Einzelblüten, die zusammen die charakteristische, oft konische Form bilden.

Inhaltsverzeichnis

Der anatomische Aufbau eines Buds

Das Verständnis der einzelnen Bestandteile eines Buds ist für Gärtner wichtig, um die Entwicklung und den Reifegrad der Pflanze beurteilen zu können. Die Hauptkomponenten sind:

  • Blütenkelch (Calyx): Der Calyx ist die tropfenförmige Hülle, die die weiblichen Fortpflanzungsorgane der Pflanze schützt. Ein Bud besteht aus hunderten dieser Kelche, die übereinander gestapelt wachsen. Die Calyxen haben die höchste Konzentration an Trichomen und bilden somit den potentesten Teil der Blüte.
  • Stempel (Pistil): Aus jedem Blütenkelch ragen feine, haarähnliche Fäden heraus, die als Stempel oder Pistillen bezeichnet werden. Ihre biologische Funktion ist das Auffangen von männlichem Pollen zur Samenproduktion. Für Gärtner dienen sie als visueller Indikator für die Reife: Sie sind zunächst weiß und verfärben sich im Laufe der Blütephase zu Orange, Rot oder Braun.
  • Zuckerblätter (Sugar Leaves): Dies sind die kleinen Blätter, die direkt aus den Buds herauswachsen. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie oft dicht mit zuckerähnlichen Trichomen bedeckt sind. Obwohl sie weniger potent sind als die Blütenkelche, werden sie nach der Ernte oft für die Herstellung von Extrakten oder Esswaren verwendet.
  • Trichome: Dies sind die mikroskopisch kleinen Harzdrüsen, die die Oberfläche des Buds, insbesondere der Calyxen, bedecken. In ihnen werden die für den Anbau relevanten Wirk- und Aromastoffe produziert. Die Farbe der Trichome (klar, milchig, bernsteinfarben) ist der zuverlässigste Indikator zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunkts.

Die Entwicklung in der Blütephase

Die Bildung der Buds beginnt, sobald die Pflanze in die Blütephase eintritt, was bei photoperiodischen Sorten durch die Verkürzung der täglichen Lichtstunden ausgelöst wird. Zunächst entwickeln sich an den Nodien (Verzweigungspunkten) die ersten kleinen Blütenansätze mit weißen Stempeln.

In den folgenden Wochen schwellen die Blütenkelche an und die Pflanze steckt ihre gesamte Energie in die Produktion von immer mehr Calyxen, die sich zu dichten Clustern, den Buds, formen. Die größten und dichtesten Blütenstände bilden sich typischerweise am Haupttrieb (Haupt-Cola) und an den Enden der stärksten Seitentriebe. Die Qualität und Größe der Buds am Ende des Zyklus hängen stark von der Genetik, der Nährstoffversorgung und den Umweltbedingungen während der Blütephase ab.

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