Blütephase
Die Blütephase, auch Blühphase genannt, ist die generative Periode im Lebenszyklus der Cannabispflanze, in der sie ihre Fortpflanzungsorgane – die BlütenEin Bud ist die Blüte der weiblichen Cannabispflanze, in der Cannabinoide und Terpene produziert werden. Er besteht aus einer Ansammlung von Blütenkelchen (Calyxen), Stempeln (Pistillen) und Trichomen. Mehr dazu im Grow-Wiki, umgangssprachlich als „Buds“ bezeichnet – ausbildet. Dieser Abschnitt folgt auf die vegetative WachstumsphaseDie Wachstumsphase (vegetative Phase) ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze nach der Keimung, in dem sie hauptsächlich Stängel, Blätter und Wurzeln entwickelt, um eine robuste Struktur für die spätere Blütephase aufzubauen. Mehr dazu im Grow-Wiki und ist für Gärtner der entscheidende Zeitraum, da in den weiblichen Blüten die begehrten CannabinoideCannabinoide sind eine Klasse chemischer Verbindungen, die in der Cannabispflanze vorkommen. Sie interagieren mit dem Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers und sind für die psychoaktiven und therapeutischen Eigenschaften der Pflanze verantwortlich. Mehr dazu im Grow-Wiki (wie THCTetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, ist das bekannteste und primär psychoaktive Cannabinoid der Cannabispflanze. Es ist für die berauschende Wirkung verantwortlich und entsteht in den Trichomen der weiblichen Blüten. Mehr dazu im Grow-Wiki und CBDCannabidiol, besser bekannt als CBD, ist eines der bekanntesten nicht-psychoaktiven Cannabinoide der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu THC erzeugt es keinen Rausch und wird für seine potenziellen therapeutischen Eigenschaften geschätzt. Mehr dazu im Grow-Wiki) und TerpeneTerpene sind eine Klasse organischer Verbindungen, die für den charakteristischen Geruch und Geschmack von Cannabis verantwortlich sind. Sie können die Wirkung von Cannabinoiden wie THC durch den Entourage-Effekt modulieren. Mehr dazu im Grow-Wiki in den höchsten Konzentrationen produziert werden. Die Dauer der Blütephase variiert je nach GenetikDie Genetik ist der genetische Bauplan einer Cannabispflanze. Sie legt alle potenziellen Eigenschaften wie Wuchshöhe, Blütezeit, Cannabinoid-Profil, Terpene und Schädlingsresistenz fest und ist die wichtigste Entscheidung für jeden Gärtner. Mehr dazu im Grow-Wiki der SorteEine Sorte (engl. Strain) bezeichnet im Cannabisanbau eine spezifische Zuchtlinie, die durch Kreuzung und Selektion stabile, vererbbare Eigenschaften wie Aroma, Wirkung, Wuchsform und Blütezeit aufweist. Mehr dazu im Grow-Wiki zwischen sechs und über zwölf Wochen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Einleitung der Blütephase
- Die Stadien der Blütephase
- Angepasste Pflege in der Blütephase
- Siehe auch
Die Einleitung der Blütephase
Der Übergang von der vegetativen Phase zur Blütephase wird nicht durch das Alter der Pflanze, sondern durch einen externen Umweltreiz gesteuert: die Veränderung der täglichen Lichtdauer. Dieses Phänomen wird als PhotoperiodismusPhotoperiodismus ist die Reaktion von Pflanzen auf die Länge von Hell- und Dunkelphasen. Bei photoperiodischen Cannabissorten ist eine lange, ununterbrochene Dunkelphase (mind. 12 Stunden) der entscheidende Auslöser für die Einleitung der Blüte. Mehr dazu im Grow-Wiki bezeichnet.
Der Auslöser: Photoperiodismus
CannabisCannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie wird seit Jahrtausenden als Faser-, Heil- und Rauschmittelpflanze genutzt. Die Hauptarten sind Sativa, Indica und Ruderalis. Mehr dazu im Grow-Wiki ist eine Kurztagpflanze. Das bedeutet, sie beginnt mit der Blütenbildung, sobald die Tage kürzer werden und sie längere, ununterbrochene Dunkelphasen erhält.
- Outdoor-Anbau: In der Natur wird die Blütephase nach der Sommersonnenwende (um den 21. Juni auf der Nordhalbkugel) eingeleitet, wenn die Tage allmählich kürzer werden. Die meisten photoperiodischen Sorten beginnen in Mitteleuropa im Laufe des Augusts sichtbar zu blühen.
- Indoor-AnbauBeim Indoor-Anbau (auch Indoor-Grow) wird Cannabis in einem geschlossenen, künstlich kontrollierten Umfeld gezüchtet. Dies ermöglicht die Steuerung von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ist aber mit höheren Kosten und Aufwand verbunden. Mehr dazu im Grow-Wiki: Beim Anbau in geschlossenen Räumen wird dieser Prozess künstlich herbeigeführt, indem der LichtzyklusDer Lichtzyklus bezeichnet das Verhältnis von Licht- zu Dunkelstunden innerhalb von 24 Stunden. Er ist der entscheidende Auslöser, der photoperiodischen Cannabispflanzen signalisiert, ob sie wachsen (lange Tage) oder blühen (kurze Tage) sollen. Mehr dazu im Grow-Wiki von üblichen 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umgestellt wird. Die ununterbrochene 12-stündige DunkelphaseDie Dunkelphase bezeichnet eine Technik, bei der Cannabispflanzen unmittelbar vor der Ernte für 24 bis 72 Stunden in völliger Dunkelheit belassen werden. Ziel ist es, durch leichten Stress die Harz- und Terpenproduktion zu steigern. Mehr dazu im Grow-Wiki ist das entscheidende Signal für die Pflanze.
Eine Ausnahme bilden sogenannte Autoflower-Sorten, deren Blütezeitpunkt genetisch festgelegt ist und nicht vom Lichtzyklus abhängt.
Die Vorblüte und Geschlechtsbestimmung
Kurz nach der Umstellung des Lichtzyklus oder bei kürzer werdenden Tagen tritt die Pflanze in die sogenannte VorblüteDie Vorblüte ist eine kurze Phase im Lebenszyklus der Cannabispflanze, in der sie erste, einzelne Blütenanlagen bildet. Sie dient der eindeutigen Bestimmung des Geschlechts (männlich oder weiblich) noch vor Einleitung der eigentlichen Blütephase. Mehr dazu im Grow-Wiki ein. In dieser Übergangszeit von ein bis zwei Wochen offenbart die Pflanze ihr Geschlecht. Dies ist ein kritischer Moment, da nur weibliche Pflanzen die potenten, harzigen Blüten (SinsemillaSinsemilla ist ein Begriff für unbestäubte, weibliche Cannabispflanzen, die keine Samen ausbilden. Diese Technik führt zu potenteren Blüten (Buds), da die Pflanze ihre gesamte Energie in die Harz- und Cannabinoidproduktion investiert. Mehr dazu im Grow-Wiki) ausbilden. Männliche PflanzenEine männliche Pflanze produziert Pollensäcke statt harziger Blüten. Ihre Hauptfunktion ist die Bestäubung weiblicher Pflanzen, was zur Samenproduktion führt und den Ertrag an rauchbaren Blüten (Sinsemilla) verhindert. Mehr dazu im Grow-Wiki produzieren Pollensäcke. Wenn ihr Pollen weibliche Blüten bestäubt, stecken diese ihre Energie in die Samenproduktion statt in die Cannabinoid-Produktion, was den Ertrag und die Qualität drastisch reduziert. Daher müssen männliche Pflanzen umgehend identifiziert und entfernt werden.
Die Stadien der Blütephase
Obwohl die Blütephase oft in Wochen gezählt wird, lässt sie sich besser in drei funktionale Abschnitte unterteilen. Die genaue Dauer jedes Stadiums ist stark von der Sorte abhängig.
Phase 1: Die Streckung (ca. Woche 1-3)
Nach der Einleitung der Blüte stellt die Pflanze ihr Wachstum nicht sofort ein. Im Gegenteil, sie erlebt einen starken Wachstumsschub, der als „Stretch“ bekannt ist. In dieser Zeit kann sich die Höhe der Pflanze verdoppeln oder sogar verdreifachen. Sie schafft damit die nötige Struktur, um das spätere Gewicht der Blüten tragen zu können. An den NodienEin Nodium, auch Knotenpunkt genannt, ist die Stelle am Hauptstamm oder an einem Ast der Cannabispflanze, aus der neue Blätter, Zweige und später auch Blüten wachsen. Die Abstände zwischen den Nodien (Internodien) geben Aufschluss über das Streckungsverhalten der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki, den Verzweigungen am Stängel, bilden sich die ersten weißen BlütenstempelBlütenstempel, auch Pistillen genannt, sind die feinen, haarähnlichen Fortsätze der weiblichen Cannabisblüte. Sie dienen dem Einfangen von Pollen und ihre Farbveränderung von Weiß zu Orange/Braun signalisiert die Reife der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki (Pistillen), die wie feine Härchen aussehen und die beginnende Blütenbildung anzeigen.
Phase 2: Die Blütenbildung (ca. Woche 3-5)
Nachdem der „Stretch“ abgeschlossen ist, konzentriert die Pflanze ihre gesamte Energie auf die Entwicklung der Blüten. Die kleinen Blütenansätze an den Nodien schwellen an und verbinden sich zu größeren Clustern, den sogenannten ColasEine Cola bezeichnet den dichten Blütencluster, der sich an der Spitze des Hauptstamms (Haupt-Cola) oder an den Enden der Seitenäste einer Cannabispflanze bildet. Sie ist das primäre Ziel der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki. In diesem Stadium beginnt auch die Produktion von Trichomen, den winzigen HarzdrüsenEin Trichom ist eine winzige, haarähnliche Harzdrüse auf Cannabisblüten. Trichome produzieren die Wirkstoffe der Pflanze (Cannabinoide, Terpene) und ihre Farbe ist der wichtigste Indikator für den Reifegrad und den richtigen Erntezeitpunkt. Mehr dazu im Grow-Wiki, die für das „frostige“ Aussehen der Blüten verantwortlich sind. Der Geruch der Pflanze wird nun zunehmend intensiver, da auch die Terpenproduktion auf Hochtouren läuft.
Phase 3: Die Reifung und das Anschwellen (ca. Woche 6 bis zur Ernte)
In der letzten Phase der Blüte findet kein nennenswertes vegetatives Wachstum mehr statt. Die Blüten legen nun massiv an Gewicht, Dichte und Harz zu. Die weißen Blütenstempel beginnen sich von weiß zu orange, rot oder braun zu verfärben. Dieser Farbwechsel ist jedoch kein zuverlässiger Indikator für die Erntereife. Der entscheidende Faktor ist der Reifegrad der Trichome, der mit einem TaschenmikroskopEin Taschenmikroskop ist ein kleines, tragbares Vergrößerungsgerät, das im Cannabisanbau verwendet wird, um den Reifegrad der Trichome (Harzdrüsen) zu beurteilen und so den optimalen Erntezeitpunkt exakt zu bestimmen. Mehr dazu im Grow-Wiki beurteilt wird (klar, milchig oder bernsteinfarben). In den letzten ein bis zwei Wochen vor der ErnteDie Ernte ist der Prozess des Abschneidens der reifen Cannabisblüten. Der richtige Zeitpunkt, primär bestimmt durch die Trichomfarbe, ist entscheidend für die spätere Potenz, das Aroma und die Wirkung des Endprodukts. Mehr dazu im Grow-Wiki stellen viele Gärtner die Düngung ein und „spülen“ die Pflanze nur noch mit klarem Wasser, um überschüssige Nährstoffsalze aus dem MediumSubstrat bezeichnet das Wachstumsmedium, in dem die Wurzeln einer Pflanze Halt finden und mit Wasser, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Für den Cannabisanbau ist Erde das gebräuchlichste Substrat, dessen Qualität entscheidend für die Pflanzengesundheit ist. Mehr dazu im Grow-Wiki und der Pflanze zu entfernen.
Angepasste Pflege in der Blütephase
Die Bedürfnisse der Pflanze ändern sich in der Blütephase grundlegend.
- NährstoffeDünger ist eine Substanz, die Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen versorgt, die für ihr Wachstum notwendig sind. Man unterscheidet zwischen organischen Düngern, die das Bodenleben fördern, und schnell wirkenden mineralischen Düngern. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Mehr dazu im Grow-Wiki: Der Bedarf an StickstoffStickstoff (N) ist ein primärer Makronährstoff und der Motor für das vegetative Wachstum von Cannabis. Er ist ein zentraler Baustein für Chlorophyll sowie Proteine und verantwortlich für die Entwicklung kräftiger, grüner Blätter und Stängel. Mehr dazu im Grow-Wiki (N), der im vegetativen Wachstum dominant war, sinkt rapide. Stattdessen steigt der Bedarf an PhosphorPhosphor (P) ist einer der drei essenziellen Makronährstoffe für Cannabis, neben Stickstoff und Kalium. Er ist fundamental für die Energieübertragung, das Wurzelwachstum und vor allem für die Entwicklung großer, dichter Blüten. Mehr dazu im Grow-Wiki (P) für die Blütenbildung und KaliumKalium (K) ist einer der drei primären Makronährstoffe für Cannabis, unerlässlich für den Wasserhaushalt, die Enzymaktivierung und die Blütenbildung. Ein Mangel äußert sich oft durch gelbe und braune Blattränder. Mehr dazu im Grow-Wiki (K) für die Fruchtentwicklung und allgemeine Pflanzenvitalität massiv an. Es werden spezielle Blütedünger mit einem hohen P-K-Anteil verwendet.
- Umwelt: Besonders beim Outdoor-Anbau im Herbst ist die Kontrolle der Umweltbedingungen entscheidend. Eine gute LuftzirkulationLuftzirkulation beschreibt die Bewegung von Luft um und durch die Cannabispflanze. Sie ist essenziell, um die Stämme zu kräftigen, die Temperatur zu regulieren und das Risiko von Schimmel und Schädlingsbefall zu minimieren. Mehr dazu im Grow-Wiki ist das A und O, um die Gefahr von Schimmelbildung (BotrytisGrauschimmel, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea, ist eine der häufigsten und zerstörerischsten Pflanzenkrankheiten bei Cannabis. Er befällt vor allem dichte, reife Blüten bei feuchtkühler Witterung und führt zur Unbrauchbarkeit der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki) zu minimieren. Die Pflanzen sollten, wenn möglich, vor langanhaltendem Regen geschützt werden, da Feuchtigkeit in den dichten Blüten eine Brutstätte für Pilzsporen darstellt.
