Keimung
Die Keimung, auch Germination genannt, ist der komplexe biophysiologische Prozess, bei dem ein Pflanzensamen aus seiner Ruhephase (Dormanz) erwacht und seine Entwicklung zu einer Pflanze beginnt. Für den Gärtner ist dies der erste und einer der kritischsten Schritte im Lebenszyklus von CannabisCannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie wird seit Jahrtausenden als Faser-, Heil- und Rauschmittelpflanze genutzt. Die Hauptarten sind Sativa, Indica und Ruderalis. Mehr dazu im Grow-Wiki. Eine erfolgreiche Keimung legt den Grundstein für einen gesunden und kräftigen KeimlingDer Keimling ist das erste Entwicklungsstadium einer Pflanze nach dem Aufbrechen des Samens. Er besteht aus der Keimwurzel, dem Stängel und den ersten beiden Keimblättern und ist besonders empfindlich. Mehr dazu im Grow-Wiki und ist somit entscheidend für den späteren Erfolg des gesamten Anbauvorhabens.
Inhaltsverzeichnis
Voraussetzungen für die Keimung
Damit ein Cannabissamen erfolgreich keimen kann, müssen bestimmte Umweltbedingungen erfüllt sein. Fehlt einer dieser Faktoren, kann der Prozess fehlschlagen oder der Samen verbleibt in seiner Ruhephase.
- Wasser: Wasser ist der entscheidende Auslöser für die Keimung. Der trockene Samen nimmt Wasser auf (ein Prozess, der als Quellung bezeichnet wird), wodurch die Samenschale aufweicht und die Stoffwechselprozesse im Inneren aktiviert werden. Enzyme werden aktiv und beginnen, die gespeicherten NährstoffeDünger ist eine Substanz, die Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen versorgt, die für ihr Wachstum notwendig sind. Man unterscheidet zwischen organischen Düngern, die das Bodenleben fördern, und schnell wirkenden mineralischen Düngern. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Mehr dazu im Grow-Wiki für das Wachstum verfügbar zu machen.
- Wärme: Cannabis-Samen bevorzugen eine konstante, warme Temperatur, um zu keimen. Der ideale Bereich liegt zwischen 20 °C und 25 °C. Zu kalte Temperaturen verlangsamen den Prozess erheblich oder verhindern ihn ganz, während zu hohe Temperaturen den empfindlichen Embryo schädigen können.
- Sauerstoff: Auch wenn der Samen unter der ErdeErde, auch Substrat genannt, ist das Medium, in dem Cannabispflanzen wachsen. Sie verankert die Wurzeln und versorgt die Pflanze mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen. Die Qualität der Erde ist fundamental für die Pflanzengesundheit. Mehr dazu im Grow-Wiki oder in einem feuchten Tuch liegt, benötigt er Sauerstoff für die Zellatmung. Dies ist der Grund, warum ein zu nasses SubstratSubstrat bezeichnet das Wachstumsmedium, in dem die Wurzeln einer Pflanze Halt finden und mit Wasser, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Für den Cannabisanbau ist Erde das gebräuchlichste Substrat, dessen Qualität entscheidend für die Pflanzengesundheit ist. Mehr dazu im Grow-Wiki („ertränken“) die Keimung verhindern kann – das Wasser verdrängt den für die Atmung notwendigen Sauerstoff im Medium.
- Dunkelheit: Cannabis gehört zu den sogenannten Dunkelkeimern. Die Samen benötigen Dunkelheit, um den Keimprozess optimal zu starten. Licht kann die Keimung hemmen, weshalb Samen immer mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt oder in einem lichtundurchlässigen Behälter gekeimt werden sollten.
Der Ablauf der Keimung
Sobald die richtigen Bedingungen erfüllt sind, läuft der Keimprozess in mehreren Schritten ab:
- Wasseraufnahme (Quellung): Der Samen absorbiert Wasser und schwillt an.
- Aufbrechen der Samenschale: Durch den inneren Druck bricht die harte Samenschale an ihrer Nahtstelle auf.
- Wurzelbildung: Als Erstes tritt die weiße Keimwurzel (Radicula) aus dem Samen aus. Angetrieben von der Schwerkraft wächst sie nach unten und verankert den zukünftigen Keimling im Substrat. Sie beginnt sofort mit der Aufnahme von Wasser.
- Sprossbildung: Kurz darauf wächst der Keimstängel (Hypokotyl) in die entgegengesetzte Richtung, nach oben zum Licht. Er durchbricht die Erdoberfläche und zieht dabei die Samenschale und die darin enthaltenen KeimblätterKeimblätter (Kotyledonen) sind die allerersten Blätter, die sich aus einem Cannabissamen entwickeln. Sie versorgen den Sämling in den ersten Tagen mit Nährstoffen und sind kein Indikator für die spätere Pflanzengesundheit. Mehr dazu im Grow-Wiki mit sich.
- Entfaltung der Keimblätter: Sobald der Keimling das Licht erreicht hat, wirft er die Samenhülle ab und die beiden ersten, kleinen und ovalen Keimblätter (Kotyledonen) entfalten sich. Damit ist die Keimung abgeschlossen und die eigentliche WachstumsphaseDie Wachstumsphase (vegetative Phase) ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze nach der Keimung, in dem sie hauptsächlich Stängel, Blätter und Wurzeln entwickelt, um eine robuste Struktur für die spätere Blütephase aufzubauen. Mehr dazu im Grow-Wiki beginnt.
