Steckling
Ein Steckling, oft auch als Klon bezeichnet, ist ein durch vegetative Vermehrung gewonnener Ableger einer Cannabispflanze. Dabei wird ein Trieb von einer etablierten Pflanze, der sogenannten MutterpflanzeEine Mutterpflanze ist eine Cannabispflanze, die dauerhaft in der vegetativen Phase gehalten wird, um von ihr genetisch identische Stecklinge (Klone) zu schneiden. Sie dient der Konservierung und Vervielfältigung einer besonders erwünschten Genetik. Mehr dazu im Grow-Wiki, abgeschnitten und dazu angeregt, eigene WurzelnWurzeln sind das unterirdische Organ der Cannabispflanze. Sie verankern die Pflanze im Boden, nehmen Wasser sowie Nährstoffe auf und speichern Energie. Ein gesundes Wurzelsystem ist die Grundlage für kräftiges Wachstum und eine reiche Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki zu bilden. Das Ergebnis ist eine neue, eigenständige Pflanze, die genetisch vollkommen identisch mit der Mutterpflanze ist. Diese Methode ist im Cannabisanbau weit verbreitet, um bewährte Genetiken zuverlässig zu reproduzieren.
Inhaltsverzeichnis
- Das Prinzip der vegetativen Vermehrung
- Vorteile von Stecklingen gegenüber Samen
- Der Prozess der Stecklingsgewinnung
- Siehe auch
Das Prinzip der vegetativen Vermehrung
Im Gegensatz zur generativen Vermehrung durch Samen, bei der die genetischen Informationen von zwei Elternpflanzen neu kombiniert werden, ist die Stecklingsvermehrung eine Form des asexuellen Klonens. Die Fähigkeit von CannabisCannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie wird seit Jahrtausenden als Faser-, Heil- und Rauschmittelpflanze genutzt. Die Hauptarten sind Sativa, Indica und Ruderalis. Mehr dazu im Grow-Wiki, aus einem abgetrennten Pflanzenteil neue Wurzeln zu bilden, wird hier gezielt genutzt.
Da es keine Neukombination von Erbinformationen gibt, ist der Steckling eine exakte Kopie der Mutterpflanze. Das bedeutet, dass alle Eigenschaften – von der Wuchsform und Blütezeit über die Potenz und das Terpenprofil bis hin zur Resistenz gegen Schädlinge – zu 100 % erhalten bleiben.
Vorteile von Stecklingen gegenüber Samen
Für Gärtner bietet die Arbeit mit Stecklingen eine Reihe von entscheidenden Vorteilen, die vor allem auf Planbarkeit und Effizienz abzielen:
- Garantierte GenetikDie Genetik ist der genetische Bauplan einer Cannabispflanze. Sie legt alle potenziellen Eigenschaften wie Wuchshöhe, Blütezeit, Cannabinoid-Profil, Terpene und Schädlingsresistenz fest und ist die wichtigste Entscheidung für jeden Gärtner. Mehr dazu im Grow-Wiki: Es gibt keine genetische Varianz wie bei Samen. Hat sich eine Mutterpflanze als besonders ertragreich, potent oder schimmelresistent erwiesen, kann diese Eigenschaft durch Stecklinge unendlich oft reproduziert werden.
- Bekanntes Geschlecht: Da der Steckling ein Klon ist, hat er dasselbe Geschlecht wie die Mutterpflanze. Stammt er von einer weiblichen Pflanze, ist auch der Steckling garantiert weiblich. Das aufwendige Identifizieren und Aussortieren männlicher Pflanzen entfällt vollständig.
- Zeitersparnis: Ein Steckling ist bereits eine kleine Pflanze und überspringt das oft langwierige Keimlingsstadium. Dies kann den gesamten Anbauzyklus um mehrere Wochen verkürzen.
- Einheitlicher Wuchs: Alle Stecklinge von derselben Mutterpflanze wachsen sehr homogen. Sie erreichen eine ähnliche Höhe, entwickeln eine vergleichbare Struktur und haben den gleichen Nährstoffbedarf. Dies vereinfacht die Pflege, das Training (z.B. LSTLow-Stress-Training (LST) ist eine Pflanzentrainingstechnik, bei der Triebe sanft heruntergebogen und fixiert werden, um die apikale Dominanz zu brechen. Dies fördert ein buschigeres Wachstum und eine bessere Lichtverteilung, was zu einem höheren Ertrag führt. Mehr dazu im Grow-Wiki oder ToppingTopping, auch "Köpfen" genannt, ist eine High-Stress-Training (HST) Schnitttechnik. Dabei wird der oberste Haupttrieb der Pflanze entfernt, um das vertikale Wachstum zu stoppen und die Pflanze anzuregen, zwei neue Haupttriebe zu bilden. Dies führt zu einer buschigeren Struktur und mehr Blütenständen. Mehr dazu im Grow-Wiki) und die Planung des Anbaus erheblich.
Der Prozess der Stecklingsgewinnung
Die Herstellung eines Stecklings erfordert sauberes Arbeiten und die richtigen Bedingungen. Der Prozess lässt sich in einige grundlegende Schritte unterteilen:
- Auswahl: Von einer gesunden und wüchsigen Mutterpflanze in der vegetativen Phase wird ein geeigneter Seitentrieb ausgewählt.
- Schnitt: Der Trieb wird mit einem sterilen, scharfen Werkzeug (Skalpell oder Rasierklinge) sauber von der Mutterpflanze abgetrennt.
- Vorbereitung: Die unteren Blätter werden entfernt und der Stiel wird oft schräg angeschnitten, um die Oberfläche für die Wurzelbildung zu vergrößern.
- Bewurzelung: Das Schnittende wird in ein Bewurzelungshormon getaucht und anschließend in ein Anzuchtmedium wie einen Jiffy-Torfquelltopf oder einen SteinwollwürfelSteinwollwürfel sind sterile, pH-neutrale Würfel aus gesponnenem Gestein (Basalt), die als Anzuchtmedium für die Keimung von Samen oder die Bewurzelung von Stecklingen verwendet werden. Mehr dazu im Grow-Wiki gesteckt.
- Klima: Um zu überleben, bis sich eigene Wurzeln gebildet haben, benötigt der frische Steckling eine extrem hohe LuftfeuchtigkeitDie relative Luftfeuchtigkeit (RLF) beschreibt den Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf. Im Cannabisanbau steuert sie die Transpiration, Nährstoffaufnahme und das Risiko von Schimmelbefall. Die idealen Werte ändern sich je nach Lebensphase der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki. Dies wird in der Regel durch ein kleines Zimmergewächshaus sichergestellt. Nach etwa ein bis drei Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, und die Jungpflanze kann umgetopft werden.
