High-Stress-Training

High-Stress-Training (HST) ist ein Überbegriff für verschiedene fortgeschrittene Anbautechniken, bei denen die Cannabispflanze gezielt und kontrolliert verletzt wird, um ihre Wuchsform zu manipulieren und den Ertrag zu maximieren. Im Gegensatz zum Low-Stress-Training (LST), das die Pflanze nur biegt, wird beim HST Gewebe geschnitten, gequetscht oder gebrochen.

Zweck und gängige Methoden

Der Hauptzweck des High-Stress-Trainings ist das Brechen der apikalen Dominanz. Darunter versteht man die Tendenz der Pflanze, einen einzigen Hauptstamm mit einer dominanten Hauptblüte (Cola) auszubilden. Durch das gezielte „Verletzen“ der Spitze wird die Pflanze angeregt, ihre Wachstumsenergie auf die unteren Seitentriebe zu verteilen. Diese entwickeln sich daraufhin zu mehreren, gleichwertigen Hauptstämmen, was zu einer buschigeren, breiteren Pflanze mit einer Vielzahl von Blütenstandorten führt. Dies verbessert die Lichtausbeute der gesamten Pflanze und steigert den potenziellen Ernteertrag erheblich.

Zu den bekanntesten HST-Methoden gehören:

  • Topping: Das vollständige Entfernen des obersten Triebs der Pflanze.
  • FIM-Technik: Eine Variante des Toppings, bei der der oberste Trieb nur unvollständig entfernt wird, um noch mehr neue Triebe zu erzeugen.
  • Supercropping: Das gezielte Quetschen und Abknicken von Ästen, ohne die äußere Rinde zu verletzen, um die Nährstoffversorgung zu verbessern und die Wuchsrichtung zu lenken.

Diese Techniken sind effektiv, bergen aber auch das Risiko, die Pflanze zu stark zu schädigen. Sie sollten daher nur bei gesunden, kräftigen Pflanzen in der vegetativen Phase angewendet werden.

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