Cola

Eine Cola bezeichnet im Cannabisanbau den Hauptblütenstand, der sich an der Spitze des Hauptstamms oder an den Enden der Seitenäste einer weiblichen Pflanze bildet. Entgegen der landläufigen Meinung ist eine Cola keine einzelne große Blüte, sondern ein dicht gewachsener Verbund aus vielen kleinen, einzelnen Blüten (Calyxen), zuckerhaltigen Blättern und Blütenstempeln. Für Gärtner ist die Entwicklung großer und dichter Colas das primäre Ziel, da sie den Großteil des erntefähigen Materials ausmachen.

Inhaltsverzeichnis

Anatomie und Entwicklung

Eine Cannabispflanze entwickelt während der Blütephase an vielen Stellen Blüten. Die Bereiche, in denen sich diese Blüten zu dichten Clustern formen, werden als Colas bezeichnet. Die größte und in der Regel am weitesten entwickelte Cola befindet sich an der Spitze des Haupttriebs. Diese wird oft als Haupt-Cola oder „Apical Bud“ bezeichnet. Kleinere, aber ebenfalls bedeutende Colas bilden sich an den Enden der kräftigeren Seitenzweige.

Die Dichte und Größe einer Cola hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Genetik der Sorte, die Lichtintensität, die Nährstoffversorgung und die allgemeine Gesundheit der Pflanze. Gut beleuchtete Blütenstände wachsen zu dichten und schweren Colas heran, während Bereiche im Schatten oft nur kleine, luftige Blüten („Popcorn-Buds“) ausbilden.

Die Haupt-Cola und die Apikale Dominanz

Unberührte Cannabispflanzen neigen dazu, ihre gesamte Energie in die Entwicklung einer einzigen, massiven Haupt-Cola zu stecken. Dieses natürliche Wachstumsverhalten wird als apikale Dominanz bezeichnet. Das Hormon Auxin, das in der obersten Triebspitze produziert wird, fördert das Längenwachstum nach oben und unterdrückt gleichzeitig das Wachstum der darunter liegenden Seitentriebe. Das Ergebnis ist eine typische „Tannenbaum“-Struktur mit einer dominanten Haupt-Cola.

Mehr Colas durch Trainingstechniken

Während eine riesige Haupt-Cola beeindruckend aussehen kann, ist sie nicht immer der effizienteste Weg, den Ertrag zu maximieren. Viele Gärtner durchbrechen gezielt die apikale Dominanz, um die Pflanze anzuregen, ihre Energie auf mehrere Haupttriebe zu verteilen. Dies führt zur Entwicklung von vielen gleichgroßen, statt einer einzigen riesigen Cola.

Methoden wie das „Topping“ (das Abschneiden der obersten Triebspitze) oder das „Low Stress Training (LST)“ (das Herunterbinden des Haupttriebs) zwingen die Pflanze dazu, die unteren Seitentriebe stärker auszubilden. Jeder dieser Triebe kann dann eine eigene, vollwertige Cola entwickeln, was oft zu einem insgesamt höheren Gesamtertrag und einer besseren Lichtausnutzung für alle Blütenstände führt.

Siehe auch