Samenpackungen von Epsilon F1 (Royal Queen Seeds) und Passion #1 (Dutch Passion) auf frischer Erde – die beiden Sorten für das Grow-Tagebuch 2026
Home » Grow-Tagebuch 2026 » Planung & Living Soil ansetzen

Planung & Living Soil ansetzen

Zugegeben, die letzte Saison war für mich nicht gerade erfolgreich. Von den zwei Grows mit jeweils 3 Pflanzen (ja, wir dürfen das mit 2 volljährigen Personen im Haushalt 😀), sind mit ganze 5 Phänos dem Schimmel zum Opfer gefallen. Die einzig überlebende Pflanze hat den Verlust ihrer Schwestern aber mehr als ausgeglichen.

Ursprünglich hatte ich vor, die selben Sorten wie im letzten Jahr anzubauen (Sweet ZZ Auto und Punch Pie), und sie dieses Mal besser vor Schimmelbefall zu schützen. Zwei Dinge haben dazu bewogen, meinen Plan zu ändern – Zeit, und noch mal Zeit. Lasst mich erklären: Ich baue zu Hause auf meinem Balkon an. Der ist lichtmäßig aber so eingeschränkt, dass ich hier nur Autoflowers sinnvoll anbauen kann. Photos bekommen im Herbst kaum noch Sonne – vor allem wegen umliegenden Häusern und einem großen Baum, die spät im Jahr zu viel Schatten werfen. Als zweiten Standort steht mir noch ein Garten zur Verfügung. Der bekommt viiieel Licht. Ideal für Photoperiodische. Trotzdem hat die Punch Pie letztes Jahr Ewigkeiten gebraucht bis sie erntereif war – bis in den November hinein. Das ist mir zu spät. Eine neue Sorte muss her.

Epsilon F1 auf dem Balkon

Wir fahren in diesem Jahr aber relativ früh in den Sommerurlaub, und die Sweet ZZ Auto würde es einfach nicht rechtzeitig schaffen – selbst mit langer Vorzucht drinnen und Auswildern mitten in der Blüte. Die schnellste Autoflower, die ich finden konnte, ist die Epsilon F1 von Royal Queen Seeds. Die ist angeblich 60 Tage nach der Keimung erntereif. Naja, wir werden sehen. Aber zumindest besteht die Chance, dass der Grow rechtzeitig von dem Urlaub geerntet und getrocknet ist.

Mit der Aussaat am 10. April sollten die Ladies irgendwann zwischen dem 9. und 26. Juni geerntet werden können. Realistisch betrachtet werde ich aber spätestens um den 20.6. zur Schere greifen, damit noch genug Zeit für die Trocknung bleibt. Im Grow-Planner, ein kleines Tool an dem ich gerade arbeite, sieht das dann so aus:

Passion #1 im Beet

Der Plan für den Balkon steht – es bleibt die Beet-Frage. Hier hab ich mich bei der Auswahl der Sorten schwer getan. Am Ende fiel die Entscheidung auf die Passion #1, einfach weil ich einen Klassiker anbauen wollte. Eine Ikone. Und ja, vielleicht bin ich auch etwas neugierig darauf, wie sich die High-Tech F1-Sorte gegen Altbewährtes geschmacklich schlägt.

Die größte Herausforderung dürfte der Formfaktor werden. Dutch Passion „warnt“ vor regulären Wuchshöhen von 3m, mit Potenzial zu 4m. Ganz ehrlich, ich habe keine Lust zur spätsommerlichen Pflanzenpflege auf eine Leiter zu steigen. Zum Glück gibt es ein paar Strategien, die das Wachstum etwas dämpfen. Zum einen werde ich die Passion erst keimen lassen, wenn die Autoflowers draussen im Topf sind. Das verkürzt die Wachstumsphase um einen ganzen Monat und sollte hoffentlich in einer kleineren Pflanze resultieren. Außerdem plane ich aggressives Training, um die Pflanze in die Breite statt in die Höhe zu zwingen.

Da ich trotzdem mit einem Monstrum von Phäno rechne, und auch etwas auf den Familienfrieden Rücksicht nehmen muss, werde ich nur ein Exemplar ins Beet bringen. Wohlgemerkt: Ausgesät und vorgezogen werden alle drei gekauften Samen. Aber ausgebildet wird nur das stärkste Exemplar.

Spannend wird es beim Zeitplan: Dutch Passion ist sehr vage mit den Angaben zur Blüte und Erntezeit:

Die meisten Pflanzen werden früh im September fertig, wobei einige Phänotypen bis Anfang Oktober brauchen.

Die Blütezeit wird mit 7-9 Wochen angegeben. Zum Glück reden wir hier über holländische Klimaverhältnisse, nicht über spanische. Ich habe trotzdem eine Woche Puffer draufgegeben, und komme damit auf den 25. Oktober als spätesten Erntetermin. Den angegebenen frühesten Termin „früh im September“ halte ich nicht wirklich für realistisch. Wir werden sehen.

Living Soil mischen

Bevor es aber ans Pflanzen geht, muss zuerst die Erde angesetzt werden. Für den Balkon habe ich das gerade getan – im Beet wird die Erde erst in der ersten Maihälfte angesetzt. Als Zutaten kommt die ganze Goodness des Living Soil Rezeptes zum Einsatz – mit Abweichungen. Hier ist das Line-up:

Als Basis eignet sich jeder Cannabis-spezifische Light-Mix. Normale Anzuchterde aus dem Baumarkt geht eventuell auch, aber da muss man etwas genauer hinschauen und die Eignung abwägen. Growphoria war zum Zeitpunkt der Bestellung am preiswertesten. Als angenehmen Nebeneffekt enthält der Growphoria-Mix schon ausreichend Perlit – eine Extra-Dosis ist daher nicht mehr notwendig.

Eigentlich wollte ich Hühnermistpellets als organischen Langzeitdünger verwenden. Am Ende habe ich die rechtzeitige Bestellung aber verschlafen und musste auf Rinderdung aus dem Baumarkt ausweichen. Der ist nicht so „aggressiv“ wie HMPs, muss aber großzügiger dosiert werden um dieselbe Wirkung zu erzielen.

Auf keinen Fall sollte man beim Kalk großzügig dosieren. Der soll als pH-Puffer im Boden dafür sorgen, dass das biologische System im Laufe der Saison nicht ins Basische „kippt“. Auf 50L Erde reichen hier 100g locker. Mehr schadet! Leider ist mir diese Erkenntnis auch erst rückblickend gekommen: Die erste von mir angesetzte Charge Living Soil hatte eher 1Kg Kalk statt 100g weil ich die Mengen freihand-YOLO-Style geschätzt habe. Am Ende hat meine bessere Hälfte ein Beet mit eher säurebedürftigen Pflanzen für diese Mischung gefunden, und die Epsilon bekamen eine frische Mischung mit den richtigen Mengenverhältnissen.

Für die anfängliche Keimung habe ich 4L Mischung ohne den Dung abgezweigt. Diese kommt entweder in den Anzuchttopf, oder – falls ich mich entscheide die Autoflowers direkt im Endtopf auszusäen – in eine „Kuhle“ im gedüngten Substrat. Auf diese Weise laufen die zarten Keimlinge nicht Gefahr, von dem Dünger verbrannt zu werden – auch wenn die Wahrscheinlichkeit viel kleiner ist als bei den HMPs.

Was die Saison bisher gekostet hat

Da sich vermutlich jeder vor seinem ersten Grow die Frage stellt, wieviel das eigentlich kostet, liste ich meine Ausgaben hier und in den folgenden Beiträgen auf, getrennt nach dem Balkon- und Beet-Grow. Die Dinge, die ich in Beiden verwende, habe ich anteilsmäßig aufgeschlüsselt: Das Beet trägt hier einfach aufgrund der Größe die deutlich höheren Kosten.

Zusätzlich gibt es noch einen Abschnitt für das Equipment. Der ist allerdings insofern mit Vorsicht zu genießen, dass ich hier wirklich nur Neuanschaffungen aufliste. Alles, was ich aus den Vorjahren schon habe, fehlt hier.

Epsilon F1 (3 Samen, RQS) inkl. Versand

35,80 €

Growphoria Light Mix (1× 50L)

14,90 €

BioBizz Worm Humus (10L, anteilig)

6,48 €

Manna Hum Rinderdung (1,5L, anteilig)

2,47 €

Rasenkalk (¼ Sack, anteilig)

3,00 €

Auch wenn ich die Beet-Erde noch nicht verarbeitet habe, ist sie hier schon aufgelistet. Schließlich hab ich sie schon bezahlt.

Passion #1 (3 Samen, Dutch Passion) inkl. Versand

28,45 €

Growphoria Light Mix (3× 50L)

44,70 €

BioBizz Worm Humus (30L, anteilig)

19,43 €

Manna Hum Rinderdung (8,5L, anteilig)

14,02 €

Rasenkalk (¾ Sack, anteilig)

8,99 €

Bisher war nur eine neue Kiste zum Mischen der Erde notwendig. Meine alte ist letztes Jahr leider gerissen – sehr stabil sind die großen OBI-Kisten leider nicht. Wer komplett von Null anfängt, braucht mindestens noch ein Paar Gartenhandschuhe. Wirklich, mischt den Rinderdung (oder die HMP) bitte nicht mit bloßen Händen!

Aufbewahrungsbox 140L (Mischgefäß)

19,99 €

Jetzt bekommt die Erde Zeit zu reifen: In den nächsten 2 Wochen wird nichts passieren. Sobald die Aussaat in der zweiten Aprilwoche durch ist und sich die ersten zarten Keimlinge zeigen, kommt das nächste Update.

Bis dahin – Happy Growing!