Supercropping

Supercropping ist eine fortgeschrittene Anbautechnik aus dem Bereich des High-Stress-Trainings (HST), bei der die inneren Gewebefasern eines Pflanzenstängels gezielt gequetscht und geknickt werden, ohne die äußere Schutzschicht zu durchbrechen. Ziel dieser Methode ist es, das Kronendach (Canopy) zu formen, die Lichtverteilung zu optimieren und die Pflanze zu einer robusteren Struktur sowie potenziell höherem Harz- und Blütenwachstum anzuregen.

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Das Ziel von Supercropping

Im Gegensatz zu Low-Stress-Training (LST), bei dem Zweige nur sanft gebogen werden, fügt Supercropping der Pflanze gezielt einen intensiven, aber kontrollierten Stressreiz zu. Dieser Reiz verfolgt mehrere Ziele:

  • Formung des Kronendachs: Haupttriebe, die den anderen an Höhe überlegen sind, können durch Supercropping horizontal umgelenkt werden. Dadurch entsteht ein flacheres und breiteres Kronendach, in dem alle Blütenstandorte (Bud-Sites) eine gleichmäßigere Lichtexposition erhalten.
  • Verbesserte Nährstoff- und Hormonverteilung: Die Pflanze reagiert auf die „Verletzung“ am geknickten Punkt, indem sie die Stelle repariert und verstärkt. Es bildet sich ein dicker, verholzter „Knick“, der den Transport von Wasser und Nährstoffen zum Rest des Zweiges optimieren kann. Gleichzeitig wird der Fluss wachstumshemmender Hormone (Auxine) von der Spitze unterbrochen, was das Wachstum der darunterliegenden Seitentriebe anregt.
  • Gesteigerte Abwehrkräfte: Der Stress kann die Abwehrmechanismen der Pflanze aktivieren. Man geht davon aus, dass dies als Reaktion zu einer erhöhten Produktion von Terpenen und Cannabinoiden führen kann, da diese Verbindungen ursprünglich dem Schutz der Pflanze dienen.

Die richtige Durchführung

Supercropping sollte ausschließlich bei gesunden, kräftigen Pflanzen in der späten vegetativen Phase angewendet werden, wenn die Stängel noch biegsam, aber schon stabil sind. In der Blütephase ist von dieser Technik abzuraten, da der Stress die Blütenentwicklung negativ beeinflussen könnte.

Die Technik wird in der Regel wie folgt ausgeführt:

  1. Auswahl der Stelle: Ein geeigneter Trieb wird an einem Punkt zwischen zwei Nodien (Blattknoten) ausgewählt.
  2. Quetschen: Mit Daumen und Zeigefinger wird der Stängel an dieser Stelle sanft, aber bestimmt gerollt und gedrückt. Ziel ist es, das innere Gewebe (Phloem und Xylem) zu erweichen, bis es sich schwammig anfühlt.
  3. Biegen: Sobald das Innere weich ist, wird der Trieb vorsichtig in die gewünschte Richtung gebogen, oft um 90 Grad. Die äußere „Haut“ des Stängels muss dabei intakt bleiben.
  4. Erholung: Der geknickte Trieb wird sich in den folgenden Tagen wieder aufrichten und an der behandelten Stelle eine harte, verholzte Verdickung bilden.

Sollte der Stängel versehentlich aufbrechen, ist dies kein Grund zur Panik. Die Wunde kann oft mit einfachem Klebeband geschient werden, bis sie verheilt ist.

Risiken und Überlegungen

Supercropping ist eine effektive, aber aggressive Technik. Der größte Fehler ist die Anwendung bei schwachen oder kranken Pflanzen, da diese sich vom Stress möglicherweise nicht erholen. Ebenso besteht immer das Risiko, einen Trieb komplett abzubrechen. Für Anfänger ist es ratsam, zunächst weniger invasive Methoden wie LST zu erlernen, bevor sie sich an HST-Methoden wagen.

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