Lollipopping

Lollipopping ist eine gezielte Schnitttechnik (Pruning) beim Cannabisanbau, bei der die unteren Äste, Blätter und kleinsten Triebe einer Pflanze entfernt werden. Der Name leitet sich von der Form ab, die die Pflanze nach dem Beschnitt annimmt: ein kahler Stamm mit einer üppigen, blütentragenden Krone, die an einen Lutscher erinnert. Diese Methode wird angewendet, um die Energie der Pflanze gezielt in die Entwicklung der oberen, lichtintensiven Blüten zu lenken und den Gesamtertrag an hochwertigen Buds zu maximieren.

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Das Ziel des Lollipopping

Eine Cannabispflanze verfügt nur über eine begrenzte Menge an Energie, die sie auf ihr Wachstum und die Blütenproduktion verteilen kann. Ohne Eingriff des Gärtners versucht die Pflanze, alle ihre Blütenstände zu versorgen – auch jene im unteren, schattigen Bereich der Pflanze. Diese unteren Triebe erhalten jedoch kaum Licht und entwickeln sich daher nur zu kleinen, luftigen Blüten, die oft als „Popcorn-Buds“ oder „Larf“ bezeichnet werden.

Durch Lollipopping wird genau dieses ineffiziente Wachstum unterbunden. Die Technik verfolgt zwei Hauptziele:

  1. Optimierte Energieverteilung: Indem die unproduktiven unteren Triebe entfernt werden, muss die Pflanze keine Energie mehr für deren Versorgung aufwenden. Diese eingesparte Energie wird stattdessen in die oberen Hauptblüten (Colas) umgeleitet, die das meiste Licht erhalten. Das Resultat sind deutlich größere, dichtere und potentere Buds in der Krone.
  2. Verbesserte Luftzirkulation: Die Entfernung des unteren Blattwerks verbessert die Luftzirkulation im gesamten unteren Bereich der Pflanze erheblich. Ein guter Luftstrom ist besonders beim Outdoor-Anbau entscheidend, um die Ansammlung von Feuchtigkeit zu reduzieren. Dies senkt das Risiko von Schimmelpilzbefall, wie beispielsweise Grauschimmel (Botrytis), und erschwert es Schädlingen, sich unbemerkt auszubreiten.

Der richtige Zeitpunkt für die Anwendung

Der Zeitpunkt ist beim Lollipopping entscheidend, um die Pflanze nicht übermäßig zu stressen. Die ideale Zeit für diesen Rückschnitt ist kurz vor der Einleitung der Blütephase oder innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen nach der Blüteeinleitung. In dieser Phase hat die Pflanze noch genügend Zeit, sich von dem Eingriff zu erholen und ihre Energie direkt in die beginnende Blütenentwicklung zu stecken.

Ein späterer Schnitt in der fortgeschrittenen Blütephase ist nicht zu empfehlen. Er würde die Pflanze stark stressen und könnte die Blütenproduktion sogar negativ beeinflussen, anstatt sie zu fördern. Die Pflanze sollte ihre gesamte Kraft auf das Ausreifen der vorhandenen Blüten konzentrieren können.

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