FIM-Technik
Die FIM-Technik ist eine Methode des Pflanzentrainings (High Stress Training), bei der die Spitze des Haupttriebes einer Cannabispflanze gezielt beschnitten wird, um das Wachstum von mehreren neuen Haupttrieben anzuregen. Der Name „FIM“ ist ein Akronym, das humorvoll für „Fuck, I Missed!“ steht und den Ursprung der Technik beschreibt: ein versehentlich unsauberer Schnitt, der sich als überraschend effektiv erwies. Im Gegensatz zum präzisen ToppingTopping, auch "Köpfen" genannt, ist eine High-Stress-Training (HST) Schnitttechnik. Dabei wird der oberste Haupttrieb der Pflanze entfernt, um das vertikale Wachstum zu stoppen und die Pflanze anzuregen, zwei neue Haupttriebe zu bilden. Dies führt zu einer buschigeren Struktur und mehr Blütenständen. Mehr dazu im Grow-Wiki wird bei der FIM-Technik bewusst ein Teil der obersten Triebspitze stehen gelassen.
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Das Ziel der FIM-Technik
Wie viele andere Trainingsmethoden zielt die FIM-Technik darauf ab, die sogenannte Apikaldominanz der Cannabispflanze zu durchbrechen. Normalerweise konzentriert die Pflanze ihre Wachstumsenergie auf den obersten HaupttriebDer Haupttrieb, auch als Hauptstamm bekannt, ist die zentrale vertikale Achse einer Cannabispflanze. An seiner Spitze entwickelt sich die größte und schwerste Blüte, die sogenannte "Headbud" oder Haupt-Cola. Mehr dazu im Grow-Wiki, was zu einer „Tannenbaum“-Struktur führt. Durch das Stutzen dieser Spitze wird die Energie in die darunter liegenden Seitentriebe umgeleitet.
Das Besondere an der FIM-Technik ist, dass durch den unvollständigen Schnitt nicht nur zwei, sondern idealerweise vier oder mehr neue Haupttriebe aus dem beschädigten Bereich entstehen. Dies führt zu einer deutlich buschigeren Pflanze mit einer breiteren Krone und einer Vielzahl von Blütenstandorten (Bud-Sites) auf gleicher Höhe, was den potenziellen Ertrag erheblich steigern kann.
Der Unterschied zum Topping
Obwohl beide Techniken das Ziel haben, die Apikaldominanz zu brechen, unterscheiden sie sich in der Ausführung und im Ergebnis grundlegend.
- Topping: Hier wird der komplette Haupttrieb sauber zwischen zwei NodienEin Nodium, auch Knotenpunkt genannt, ist die Stelle am Hauptstamm oder an einem Ast der Cannabispflanze, aus der neue Blätter, Zweige und später auch Blüten wachsen. Die Abstände zwischen den Nodien (Internodien) geben Aufschluss über das Streckungsverhalten der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki (Blattachseln) abgeschnitten. Das Resultat ist sehr vorhersehbar: Die beiden direkt darunter liegenden Seitentriebe entwickeln sich zu zwei neuen, gleichwertigen Haupttrieben.
- FIM-Technik: Statt eines sauberen Schnitts werden etwa 75-80% des allerneuesten, obersten Blattwachstums abgeknipst oder abgeschnitten. Die verbleibenden Reste der Triebspitze werden dazu angeregt, sich zu regenerieren und dabei mehrere neue Triebe aus einem einzigen Punkt zu bilden.
Die FIM-Technik gilt als etwas weniger stressig für die Pflanze als das Topping, da weniger Pflanzenmasse entfernt wird. Das Ergebnis ist jedoch weniger kontrollierbar und kann variieren.
Anwendung der FIM-Technik
Die Methode sollte nur bei gesunden, kräftig wachsenden Pflanzen während der vegetativen Phase angewendet werden. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn die Pflanze bereits 4 bis 5 Nodien entwickelt hat.
- Vorbereitung: Es wird ein sauberes und scharfes Werkzeug wie eine sterile Schere oder ein Skalpell benötigt. Alternativ kann die Technik auch vorsichtig mit sauberen Fingerspitzen durchgeführt werden (Abknipsen).
- Lokalisierung: Die jüngste, noch nicht voll entfaltete Triebspitze an der Spitze der Pflanze wird identifiziert.
- Schnitt: Etwa 75-80% dieser Spitze werden entfernt. Es ist wichtig, nicht den gesamten Trieb abzuschneiden, sondern bewusst einen kleinen Teil der Basis des neuen Wachstums stehen zu lassen.
- Erholung: Nach dem Eingriff benötigt die Pflanze einige Tage, um sich zu erholen und das neue Wachstum zu initiieren. In dieser Zeit verlangsamt sich das vertikale Wachstum, während die Pflanze ihre Energie in die neuen Triebe lenkt.
Ein erfolgreicher FIM-Schnitt resultiert nach etwa einer Woche in der sichtbaren Entwicklung von drei, vier oder sogar mehr neuen Trieben an der Schnittstelle.
