Zwitter
Ein Zwitter, in der Botanik auch Hermaphrodit genannt, ist eine Cannabispflanze, die die Fähigkeit besitzt, sowohl männliche Pollensäcke als auch weibliche BlütenEin Bud ist die Blüte der weiblichen Cannabispflanze, in der Cannabinoide und Terpene produziert werden. Er besteht aus einer Ansammlung von Blütenkelchen (Calyxen), Stempeln (Pistillen) und Trichomen. Mehr dazu im Grow-Wiki (CalyxDer Kelch (Calyx) ist der erste Teil, der sich bei der Bildung einer weiblichen Cannabis-Blüte entwickelt. Er besteht aus kleinen Blättchen, die die Fortpflanzungsorgane schützen und die höchste Konzentration an Trichomen aufweisen. Mehr dazu im Grow-Wiki) auszubilden. Für die meisten Gärtner ist das Auftreten eines Zwitters ein unerwünschtes Ereignis, da die männlichen Blüten Pollen freisetzen können. Dieser Pollen bestäubt die weiblichen Blüten der umliegenden Pflanzen, was dazu führt, dass diese ihre Energie in die Samenproduktion anstatt in die Entwicklung potenter, harziger Blüten stecken. Das Resultat ist eine ErnteDie Ernte ist der Prozess des Abschneidens der reifen Cannabisblüten. Der richtige Zeitpunkt, primär bestimmt durch die Trichomfarbe, ist entscheidend für die spätere Potenz, das Aroma und die Wirkung des Endprodukts. Mehr dazu im Grow-Wiki mit deutlich reduziertem Ertrag und Qualität.
Inhaltsverzeichnis
- Ursachen für die Zwitterbildung
- Wie erkennt man einen Zwitter?
- Maßnahmen bei der Entdeckung eines Zwitters
- Siehe auch
Ursachen für die Zwitterbildung
Die Entwicklung von zwittrigen Merkmalen bei CannabisCannabis ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie wird seit Jahrtausenden als Faser-, Heil- und Rauschmittelpflanze genutzt. Die Hauptarten sind Sativa, Indica und Ruderalis. Mehr dazu im Grow-Wiki kann auf zwei Hauptursachen zurückgeführt werden: genetische Veranlagung und Umweltstress.
- Genetische Veranlagung: Einige Cannabis-Sorten haben eine stärkere genetische Neigung zur Zwitterbildung als andere. Seriöse Züchter versuchen, diese Eigenschaft durch sorgfältige Selektion über Generationen hinweg zu minimieren. Dennoch kann das Merkmal latent vorhanden sein und unter bestimmten Bedingungen zum Vorschein kommen.
- Umweltstress: Dies ist die häufigste Ursache für das Auftreten von Zwittern bei genetisch stabilen Pflanzen. Die Pflanze interpretiert starken Stress als Bedrohung für ihr Überleben und leitet als Notfallmaßnahme die Selbstbestäubung ein, um ihr genetisches Erbe zu sichern. Zu den häufigsten Stressfaktoren gehören:
- Lichtstress: Eine Unterbrechung der DunkelphaseDie Dunkelphase bezeichnet eine Technik, bei der Cannabispflanzen unmittelbar vor der Ernte für 24 bis 72 Stunden in völliger Dunkelheit belassen werden. Ziel ist es, durch leichten Stress die Harz- und Terpenproduktion zu steigern. Mehr dazu im Grow-Wiki während der Blüte ist einer der Hauptauslöser. Schon kurzes, intensives Licht in der Nacht kann ausreichen.
- Extreme Temperaturen: Längere Perioden mit zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen belasten die Pflanze stark.
- Physische Schäden: Gebrochene Äste, Beschädigungen am Stamm oder unsachgemäßer Beschnitt können die Pflanze stressen.
- Nährstoffprobleme: Sowohl eine Über- als auch eine UnterdüngungEin Nährstoffmangel liegt vor, wenn einer Pflanze ein für ihr Wachstum essenzielles Element nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Dies führt zu typischen Symptomen wie verfärbten Blättern oder Wachstumsstörungen. Die häufigste Ursache ist nicht fehlender Dünger, sondern ein falscher pH-Wert. Mehr dazu im Grow-Wiki sowie ein falscher pH-WertDer pH-Wert ist ein Maß für den Säuregrad oder die Alkalität einer wässrigen Lösung. Im Cannabisanbau steuert er die Fähigkeit der Pflanze, Nährstoffe über die Wurzeln aufzunehmen. Ein falscher pH-Wert ist eine der häufigsten Ursachen für Mangelerscheinungen. Mehr dazu im Grow-Wiki im Boden können die Entwicklung fördern.
- Zu späte Ernte: Wenn eine Pflanze weit über ihren optimalen Erntezeitpunkt hinaus stehen gelassen wird, kann sie als letzte Anstrengung zur Fortpflanzung männliche Blüten entwickeln.
Wie erkennt man einen Zwitter?
Das Erkennen eines Zwitters erfordert eine genaue und regelmäßige Inspektion der Pflanzen, insbesondere zu Beginn der BlütephaseDie Blütephase ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze, in dem sie ihre Blüten (Buds) entwickelt. Sie wird durch eine Verkürzung der täglichen Lichtstunden eingeleitet und ist entscheidend für den späteren Ertrag und die Potenz der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki. Die männlichen Blütenorgane sind meist als kleine, bananenförmige Säcke (umgangssprachlich „Bananen“) zu erkennen, die zwischen den weiblichen Blüten aus den NodienEin Nodium, auch Knotenpunkt genannt, ist die Stelle am Hauptstamm oder an einem Ast der Cannabispflanze, aus der neue Blätter, Zweige und später auch Blüten wachsen. Die Abstände zwischen den Nodien (Internodien) geben Aufschluss über das Streckungsverhalten der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki wachsen. Diese Pollensäcke sind anfangs grün und werden mit der Reife gelblich. Öffnen sie sich, setzen sie den feinen Pollenstaub frei.
Maßnahmen bei der Entdeckung eines Zwitters
Das richtige Vorgehen hängt vom Ausmaß des Befalls ab.
- Bei wenigen männlichen Blüten: Wenn nur ein oder zwei Pollensäcke an einer ansonsten gesunden Pflanze entdeckt werden, können diese vorsichtig entfernt werden. Dazu wird die betroffene Stelle mit Wasser besprüht, um den Pollen zu neutralisieren. Anschließend werden die männlichen Blüten mit einer sterilisierten Pinzette entfernt. Die Pflanze muss danach täglich auf neue Zwitterblüten kontrolliert werden.
- Bei starkem Befall: Zeigt eine Pflanze an vielen Stellen männliche Blüten, ist das Risiko einer Bestäubung der gesamten Kultur sehr hoch. In diesem Fall ist die sicherste Maßnahme, die Zwitter-Pflanze umgehend und vorsichtig aus dem Garten zu entfernen, um die restliche Ernte zu schützen.
