Zwitter

Ein Zwitter, in der Botanik auch Hermaphrodit genannt, ist eine Cannabispflanze, die die Fähigkeit besitzt, sowohl männliche Pollensäcke als auch weibliche Blüten (Calyx) auszubilden. Für die meisten Gärtner ist das Auftreten eines Zwitters ein unerwünschtes Ereignis, da die männlichen Blüten Pollen freisetzen können. Dieser Pollen bestäubt die weiblichen Blüten der umliegenden Pflanzen, was dazu führt, dass diese ihre Energie in die Samenproduktion anstatt in die Entwicklung potenter, harziger Blüten stecken. Das Resultat ist eine Ernte mit deutlich reduziertem Ertrag und Qualität.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für die Zwitterbildung

Die Entwicklung von zwittrigen Merkmalen bei Cannabis kann auf zwei Hauptursachen zurückgeführt werden: genetische Veranlagung und Umweltstress.

  • Genetische Veranlagung: Einige Cannabis-Sorten haben eine stärkere genetische Neigung zur Zwitterbildung als andere. Seriöse Züchter versuchen, diese Eigenschaft durch sorgfältige Selektion über Generationen hinweg zu minimieren. Dennoch kann das Merkmal latent vorhanden sein und unter bestimmten Bedingungen zum Vorschein kommen.
  • Umweltstress: Dies ist die häufigste Ursache für das Auftreten von Zwittern bei genetisch stabilen Pflanzen. Die Pflanze interpretiert starken Stress als Bedrohung für ihr Überleben und leitet als Notfallmaßnahme die Selbstbestäubung ein, um ihr genetisches Erbe zu sichern. Zu den häufigsten Stressfaktoren gehören:
    • Lichtstress: Eine Unterbrechung der Dunkelphase während der Blüte ist einer der Hauptauslöser. Schon kurzes, intensives Licht in der Nacht kann ausreichen.
    • Extreme Temperaturen: Längere Perioden mit zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen belasten die Pflanze stark.
    • Physische Schäden: Gebrochene Äste, Beschädigungen am Stamm oder unsachgemäßer Beschnitt können die Pflanze stressen.
    • Nährstoffprobleme: Sowohl eine Über- als auch eine Unterdüngung sowie ein falscher pH-Wert im Boden können die Entwicklung fördern.
    • Zu späte Ernte: Wenn eine Pflanze weit über ihren optimalen Erntezeitpunkt hinaus stehen gelassen wird, kann sie als letzte Anstrengung zur Fortpflanzung männliche Blüten entwickeln.

Wie erkennt man einen Zwitter?

Das Erkennen eines Zwitters erfordert eine genaue und regelmäßige Inspektion der Pflanzen, insbesondere zu Beginn der Blütephase. Die männlichen Blütenorgane sind meist als kleine, bananenförmige Säcke (umgangssprachlich „Bananen“) zu erkennen, die zwischen den weiblichen Blüten aus den Nodien wachsen. Diese Pollensäcke sind anfangs grün und werden mit der Reife gelblich. Öffnen sie sich, setzen sie den feinen Pollenstaub frei.

Maßnahmen bei der Entdeckung eines Zwitters

Das richtige Vorgehen hängt vom Ausmaß des Befalls ab.

  • Bei wenigen männlichen Blüten: Wenn nur ein oder zwei Pollensäcke an einer ansonsten gesunden Pflanze entdeckt werden, können diese vorsichtig entfernt werden. Dazu wird die betroffene Stelle mit Wasser besprüht, um den Pollen zu neutralisieren. Anschließend werden die männlichen Blüten mit einer sterilisierten Pinzette entfernt. Die Pflanze muss danach täglich auf neue Zwitterblüten kontrolliert werden.
  • Bei starkem Befall: Zeigt eine Pflanze an vielen Stellen männliche Blüten, ist das Risiko einer Bestäubung der gesamten Kultur sehr hoch. In diesem Fall ist die sicherste Maßnahme, die Zwitter-Pflanze umgehend und vorsichtig aus dem Garten zu entfernen, um die restliche Ernte zu schützen.

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