Spinnmilbe
Spinnmilben (Tetranychidae), oft auch als „Spinnentiere“ bezeichnet, sind winzige Schädlinge, die zu den größten Bedrohungen beim Cannabisanbau zählen. Obwohl sie kaum mit bloßem Auge zu erkennen sind, können sie sich unter den richtigen Bedingungen explosionsartig vermehren und eine Pflanze in kürzester Zeit stark schwächen oder sogar zerstören. Sie ernähren sich, indem sie die Pflanzenzellen anstechen und den Saft aussaugen, was zu charakteristischen Schäden an den Blättern führt.
Inhaltsverzeichnis
- Einen Befall mit Spinnmilben erkennen
- Schadensbild und Folgen für die Pflanze
- Ursachen und günstige Bedingungen
- Siehe auch
Einen Befall mit Spinnmilben erkennen
Ein frühzeitiges Erkennen ist entscheidend, um einen Spinnmilben-Befall unter Kontrolle zu bringen. Da die Tiere selbst so klein sind (oft unter 0,5 mm), sind es meist die von ihnen verursachten Symptome, die zuerst auffallen.
- Helle Punkte auf den Blättern: Das erste und sicherste Anzeichen sind winzige, helle bis gelbliche Punkte auf der Blattoberseite. Diese entstehen durch die Saugtätigkeit der Milben. Die Blätter sehen oft gesprenkelt oder „schmutzig“ aus.
- Feine Gespinste: Bei einem fortgeschrittenen Befall produzieren die Spinnmilben feine, seidenartige Fäden, die sie als Schutz und zur Fortbewegung nutzen. Diese Gespinste überziehen zunächst die Blattunterseiten und Triebspitzen, können sich aber später über ganze Pflanzenteile und BlütenEin Bud ist die Blüte der weiblichen Cannabispflanze, in der Cannabinoide und Terpene produziert werden. Er besteht aus einer Ansammlung von Blütenkelchen (Calyxen), Stempeln (Pistillen) und Trichomen. Mehr dazu im Grow-Wiki ausbreiten. Sind diese Netze deutlich sichtbar, ist der Befall bereits sehr stark.
- Kleine bewegliche Punkte: Bei genauem Hinsehen, eventuell mit einer Lupe, lassen sich die Milben als winzige Punkte erkennen, die sich vor allem auf der Blattunterseite langsam bewegen.
Schadensbild und Folgen für die Pflanze
Ein unbehandelter Befall mit Spinnmilben hat gravierende Folgen. Durch das Aussaugen des Zellsaftes wird die Fähigkeit der Pflanze zur Photosynthese massiv beeinträchtigt. Die Blätter vergilben zunehmend, trocknenDie Trocknung ist der Prozess, bei dem frisch geernteten Cannabisblüten kontrolliert Wasser entzogen wird. Dies ist ein entscheidender Schritt vor dem Curing, um Schimmel zu verhindern und die Qualität des Endprodukts zu sichern. Mehr dazu im Grow-Wiki aus und fallen schließlich ab. Dies führt zu einem stark verkümmerten Wachstum und einem deutlich reduzierten Ertrag. In der BlütephaseDie Blütephase ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze, in dem sie ihre Blüten (Buds) entwickelt. Sie wird durch eine Verkürzung der täglichen Lichtstunden eingeleitet und ist entscheidend für den späteren Ertrag und die Potenz der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki können die Gespinste die Buds unbrauchbar machen und das Risiko für sekundäre Infektionen wie SchimmelSchimmel ist ein Sammelbegriff für Pilze, die Cannabis-Pflanzen befallen können, insbesondere die dichten Blüten. Die häufigsten Arten sind Grauschimmel (Botrytis) und Echter Mehltau. Ein Befall stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und macht die Ernte unbrauchbar. Mehr dazu im Grow-Wiki erhöhen. Im schlimmsten Fall kann die gesamte Pflanze absterben.
Ursachen und günstige Bedingungen
Spinnmilben gedeihen besonders gut unter warmen und trockenen Bedingungen mit geringer LuftzirkulationLuftzirkulation beschreibt die Bewegung von Luft um und durch die Cannabispflanze. Sie ist essenziell, um die Stämme zu kräftigen, die Temperatur zu regulieren und das Risiko von Schimmel und Schädlingsbefall zu minimieren. Mehr dazu im Grow-Wiki. Temperaturen über 25 °C und eine niedrige LuftfeuchtigkeitDie relative Luftfeuchtigkeit (RLF) beschreibt den Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf. Im Cannabisanbau steuert sie die Transpiration, Nährstoffaufnahme und das Risiko von Schimmelbefall. Die idealen Werte ändern sich je nach Lebensphase der Pflanze. Mehr dazu im Grow-Wiki beschleunigen ihren Lebenszyklus und fördern eine schnelle Vermehrung. Besonders beim Anbau auf überdachten Balkonen, in Gewächshäusern oder bei trockenen Sommerperioden im Freiland ist das Risiko erhöht. Regelmäßige Kontrollen der Blattunterseiten sind daher eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen.
