Noternte

Eine Noternte bezeichnet die vorzeitige, außerplanmäßige Ernte von Cannabispflanzen, um einen drohenden Totalverlust der gesamten Ernte abzuwenden. Es handelt sich um eine Schadensbegrenzungsmaßnahme, die ergriffen wird, wenn eine akute Gefahr die Gesundheit der Pflanze so stark bedroht, dass ein Zuwarten bis zum regulären Erntezeitpunkt nicht mehr möglich ist. Eine Noternte ist immer ein Kompromiss, bei dem Qualität und Quantität zugunsten der Rettung des verbleibenden Ernteguts geopfert werden.

Gründe und Konsequenzen

Die Entscheidung für eine Noternte wird nie leichtfertig getroffen und basiert in der Regel auf einem der folgenden Szenarien:

  • Schimmelbefall: Ein sich schnell ausbreitender Schimmel wie Grauschimmel (Botrytis) kann eine Ernte innerhalb weniger Tage komplett zerstören.
  • Schwerer Schädlingsbefall: Eine unkontrollierbare Plage, beispielsweise durch Spinnmilben, die die Pflanze massiv schädigt.
  • Extreme Witterung: Schwere Sturmschäden, wie abgeknickte Haupttriebe, die die Versorgung der Blüten nicht mehr gewährleisten.
  • Sicherheitsrisiken: Die unmittelbare Gefahr der Entdeckung oder des Diebstahls der Pflanzen.

Die Konsequenz einer Noternte ist fast immer ein Produkt von geringerer Qualität. Da die Trichome noch nicht vollständig ausgereift sind, ist der Gehalt an Cannabinoiden niedriger und das Terpenprofil weniger ausgeprägt. Der Ertrag ist ebenfalls geringer und der Geschmack kann durch nicht vollständig abgebautes Chlorophyll grasig wirken.

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