Feminisierter Same

Ein feminisierter Same ist ein Cannabis-Samen, der gentechnisch so behandelt wurde, dass er mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99% eine weibliche Pflanze hervorbringt. Im Gegensatz zu regulärem Saatgut, aus dem zu etwa 50% männliche und zu 50% weibliche Pflanzen entstehen, eliminieren feminisierte Samen für den Gärtner die Notwendigkeit, das Geschlecht der Pflanzen zu bestimmen und die männlichen Exemplare zu entfernen. Sie stellen heute den Industriestandard für die meisten Hobbygärtner und kommerziellen Züchter dar, deren Ziel die Ernte von harzigen, samenlosen Blüten (Sinsemilla) ist.

Inhaltsverzeichnis

Herstellung von feminisierten Samen

Die Herstellung von feminisierten Samen basiert auf dem Prinzip, eine rein weibliche Pflanze (Genotyp XX) dazu zu zwingen, männliche Blüten mit Pollen zu produzieren. Da diese Mutterpflanze keine männlichen Y-Chromosomen besitzt, enthält auch der von ihr erzeugte Pollen ausschließlich weibliche X-Chromosomen.

Dieser Prozess wird in der Regel durch die Behandlung einer weiblichen Pflanze mit bestimmten Substanzen eingeleitet, die die Bildung des Reifungshormons Ethylen blockieren. Die gängigsten Methoden sind:

  • Kolloidales Silber: Eine Lösung aus destilliertem Wasser und mikroskopisch kleinen Silberpartikeln.
  • Silberthiosulfat (STS): Eine chemische Verbindung, die als noch effektiver und stabiler gilt.

Wird eine ausgewählte weibliche Pflanze während der Blütephase mit einer dieser Lösungen besprüht, entwickelt sie männliche Pollensäcke. Der Pollen aus diesen Säcken wird dann geerntet und zur Bestäubung einer anderen (unbehandelten) weiblichen Pflanze verwendet. Da beide Elternteile genetisch weiblich (XX) sind, können die aus dieser Kreuzung entstehenden Samen ebenfalls nur weibliche Chromosomenkombinationen aufweisen und werden somit zu feminisierten Samen.

Vorteile und Nachteile

Für den Anbau von Cannabis zur Blütengewinnung bieten feminisierte Samen entscheidende Vorteile.

Vorteile

  • Effizienz: Jeder angebauten Pflanze ist eine potentielle Erntepflanze. Es wird kein Platz, keine Erde und kein Dünger für männliche Pflanzen verschwendet, die später entfernt werden müssten.
  • Sicherheit: Die Gefahr einer versehentlichen Bestäubung der weiblichen Blüten durch unentdeckte männliche Pflanzen wird eliminiert. Bestäubte Blüten produzieren Samen, was die Qualität und den Ertrag des Endprodukts erheblich mindert.
  • Einfachheit: Besonders für Anfänger entfällt der oft als schwierig empfundene Schritt der Geschlechtsbestimmung.

Nachteile

  • Keine Zucht möglich: Da keine männlichen Pflanzen heranwachsen, können mit feminisierten Samen keine eigenen Kreuzungen oder regulären Samen für die nächste Generation produziert werden.
  • Potenzielle Instabilität: Bei unsachgemäßer Herstellung oder unter extremem Stress können Pflanzen aus feminisiertem Saatgut eine leicht erhöhte Neigung zur Zwitterbildung (Hermaphroditismus) zeigen. Bei hochwertigem Saatgut von seriösen Züchtern ist dieses Risiko jedoch heutzutage minimal.

Siehe auch