Überdüngung
Eine Überdüngung bezeichnet einen Zustand, bei dem eine Cannabispflanze einer zu hohen Konzentration an Nährstoffen im SubstratSubstrat bezeichnet das Wachstumsmedium, in dem die Wurzeln einer Pflanze Halt finden und mit Wasser, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Für den Cannabisanbau ist Erde das gebräuchlichste Substrat, dessen Qualität entscheidend für die Pflanzengesundheit ist. Mehr dazu im Grow-Wiki ausgesetzt ist, was zu toxischen Reaktionen und Wachstumsproblemen führt. Dieses Phänomen ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim Anbau, insbesondere bei der Verwendung von hochkonzentrierten mineralischen Düngemitteln. Anstatt das Wachstum zu fördern, schadet ein Zuviel an Nährstoffen der Pflanze erheblich und kann im schlimmsten Fall zum Absterben führen.
Inhaltsverzeichnis
- Ursachen einer Überdüngung
- Typische Symptome erkennen
- Die Folgen: Nährstoffbrand und Nährstoffsperre
- Maßnahmen zur Behebung einer Überdüngung
- Siehe auch
Ursachen einer Überdüngung
Eine Überdüngung entsteht nicht über Nacht, sondern ist meist die Folge wiederholter Fehler bei der Nährstoffgabe. Die häufigsten Ursachen sind:
- Zu hohe Düngerkonzentration: Die Nährlösung wird stärker angemischt, als vom Hersteller empfohlen oder als die Pflanze aktuell verarbeiten kann.
- Zu häufiges Düngen: Die Pflanze erhält NährstoffeDünger ist eine Substanz, die Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen versorgt, die für ihr Wachstum notwendig sind. Man unterscheidet zwischen organischen Düngern, die das Bodenleben fördern, und schnell wirkenden mineralischen Düngern. Die Hauptnährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Mehr dazu im Grow-Wiki bei jeder Wässerung, obwohl das Substrat noch nicht ausgelaugt ist.
- Ansammlung von Salzen: Über die Zeit reichern sich nicht verbrauchte Nährsalze im Anbaumedium an, was die Konzentration im Wurzelbereich stetig erhöht.
- Falscher Düngezeitpunkt: Die Verwendung eines stark stickstoffhaltigen Wachstumsdüngers in der späten BlütephaseDie Blütephase ist der Lebensabschnitt der Cannabispflanze, in dem sie ihre Blüten (Buds) entwickelt. Sie wird durch eine Verkürzung der täglichen Lichtstunden eingeleitet und ist entscheidend für den späteren Ertrag und die Potenz der Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki kann ebenfalls zu einem Ungleichgewicht und toxischen Symptomen führen.
Typische Symptome erkennen
Die Anzeichen einer Überdüngung sind oft eindeutig und beginnen typischerweise an den Blattspitzen. Es ist wichtig, diese früh zu erkennen, um rechtzeitig gegensteuern zu können.
- Verbrannte Blattspitzen: Das erste und klassischste Anzeichen sind gelb oder braun verfärbte, trockene und „verbrannte“ Spitzen der FächerblätterFächerblätter sind die großen, handförmigen Blätter der Cannabispflanze. Als primäre Organe der Photosynthese sind sie für die Energieproduktion zuständig. Ihre Entfernung (Entlauben) ist eine gängige Technik zur Ertragssteigerung. Mehr dazu im Grow-Wiki. Man spricht hier auch von NährstoffbrandNährstoffbrand, auch Überdüngung genannt, ist ein Zustand, der durch eine übermäßige Konzentration von Nährstoffsalzen im Wurzelbereich verursacht wird. Typische Symptome sind dunkelgrüne Blätter mit trockenen, nach oben gebogenen, gelb-braunen Blattspitzen. Mehr dazu im Grow-Wiki (NutrientNährstoffe sind chemische Elemente, die für das Wachstum und die Entwicklung von Cannabispflanzen unerlässlich sind. Man unterscheidet zwischen Makronährstoffen (z.B. N, P, K) und Mikronährstoffen, die in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus benötigt werden. Mehr dazu im Grow-Wiki Burn).
- Adlerkrallen: Die Blätter krümmen sich an den Spitzen und Rändern nach unten, was ihnen das Aussehen von Krallen verleiht. Dies ist eine typische Reaktion auf einen Stickstoff-Überschuss.
- Dunkelgrüne, wachsartige Blätter: Eine unnatürlich tiefe, dunkelgrüne Blattfarbe kann ebenfalls ein frühes Warnsignal für zu viel StickstoffStickstoff (N) ist ein primärer Makronährstoff und der Motor für das vegetative Wachstum von Cannabis. Er ist ein zentraler Baustein für Chlorophyll sowie Proteine und verantwortlich für die Entwicklung kräftiger, grüner Blätter und Stängel. Mehr dazu im Grow-Wiki sein.
- Verlangsamtes Wachstum: Trotz reichlicher Nährstoffgabe stagniert das Wachstum der Pflanze oder kommt vollständig zum Erliegen.
Die Folgen: Nährstoffbrand und Nährstoffsperre
Eine unbehandelte Überdüngung führt zu zwei schwerwiegenden Problemen. Der Nährstoffbrand ist die direkte, sichtbare Folge der toxischen Salzkonzentration, die die Blattzellen zerstört.
Viel problematischer ist jedoch die daraus resultierende NährstoffsperreEine Nährstoffsperre (Nutrient Lockout) beschreibt den Zustand, in dem eine Cannabispflanze trotz ausreichender Versorgung im Substrat keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann. Häufigste Ursache ist ein falscher pH-Wert oder eine Überdüngung. Mehr dazu im Grow-Wiki (Nutrient Lockout). Die hohe Konzentration an Salzen im Substrat verändert den pH-WertDer pH-Wert ist ein Maß für den Säuregrad oder die Alkalität einer wässrigen Lösung. Im Cannabisanbau steuert er die Fähigkeit der Pflanze, Nährstoffe über die Wurzeln aufzunehmen. Ein falscher pH-Wert ist eine der häufigsten Ursachen für Mangelerscheinungen. Mehr dazu im Grow-Wiki im Wurzelbereich drastisch. Dadurch wird die Fähigkeit der WurzelnWurzeln sind das unterirdische Organ der Cannabispflanze. Sie verankern die Pflanze im Boden, nehmen Wasser sowie Nährstoffe auf und speichern Energie. Ein gesundes Wurzelsystem ist die Grundlage für kräftiges Wachstum und eine reiche Ernte. Mehr dazu im Grow-Wiki blockiert, überhaupt noch Nährstoffe aufzunehmen – selbst solche, die eigentlich in einem Mangel vorliegen. Die Pflanze zeigt dann paradoxerweise Symptome von MangelerscheinungenEin Nährstoffmangel liegt vor, wenn einer Pflanze ein für ihr Wachstum essenzielles Element nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Dies führt zu typischen Symptomen wie verfärbten Blättern oder Wachstumsstörungen. Die häufigste Ursache ist nicht fehlender Dünger, sondern ein falscher pH-Wert. Mehr dazu im Grow-Wiki, obwohl sie in einem Überfluss an Nährstoffen steht.
Maßnahmen zur Behebung einer Überdüngung
Wird eine Überdüngung festgestellt, muss sofort gehandelt werden, um die Pflanze zu retten. Die effektivste Methode ist das Spülen (FlushingSpülen (auch Flushen genannt) ist der Prozess, bei dem in den letzten Wochen vor der Ernte ausschließlich reines, pH-reguliertes Wasser anstelle von Nährlösung verwendet wird. Ziel ist es, überschüssige Nährstoffe und Salze aus dem Substrat und der Pflanze zu entfernen, um die Qualität des Endprodukts zu verbessern. Mehr dazu im Grow-Wiki) des Substrats.
Dabei wird der Topf mit einer großen Menge an pH-reguliertem, lauwarmem Wasser durchgespült (etwa das zwei- bis dreifache Topfvolumen). Dies löst die überschüssigen Nährsalze aus der ErdeErde, auch Substrat genannt, ist das Medium, in dem Cannabispflanzen wachsen. Sie verankert die Wurzeln und versorgt die Pflanze mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen. Die Qualität der Erde ist fundamental für die Pflanzengesundheit. Mehr dazu im Grow-Wiki und schwemmt sie aus. Nach dem Spülvorgang wird die Düngung für mindestens eine Woche komplett ausgesetzt, bis die Pflanze deutliche Anzeichen der Erholung zeigt. Anschließend kann die Nährstoffgabe langsam und mit einer stark reduzierten Dosis wieder aufgenommen werden.
