Spülen

Spülen, oft auch unter dem englischen Begriff Flushen bekannt, bezeichnet den Prozess, bei dem in den letzten ein bis zwei Wochen vor der Ernte die Zufuhr von Düngemitteln komplett eingestellt und die Cannabispflanze ausschließlich mit reinem, pH-reguliertem Wasser gegossen wird. Ziel dieser weitverbreiteten Praxis ist es, überschüssige Nährstoffsalze aus dem Anbaumedium und dem Pflanzengewebe zu entfernen. Dies soll die Qualität des Endprodukts, insbesondere den Geschmack und das Rauchverhalten, maßgeblich verbessern.

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Warum wird Cannabis gespült?

Während des gesamten Lebenszyklus wird eine Cannabispflanze mit Nährstoffen versorgt, um ein kräftiges Wachstum und eine üppige Blütenproduktion zu fördern. Ein Teil dieser mineralischen Salze wird nicht vollständig verstoffwechselt und lagert sich im Substrat und in der Pflanze selbst ab.

Wird bis zur Ernte durchgehend gedüngt, können diese Rückstände im getrockneten Pflanzenmaterial verbleiben. Gängiger Lehrmeinung unter Gärtnern zufolge führen diese Ablagerungen zu einem unerwünschten, scharfen oder chemischen Geschmack und können ein unangenehmes Kratzen im Hals beim Konsum verursachen. Ein weiteres Indiz für nicht gespülte Blüten ist eine dunkle, feste Asche.

Durch das Spülen wird die Pflanze gezwungen, auf die in ihren Blättern und Blüten gespeicherten Nährstoffreserven zurückzugreifen. Dieser Prozess führt oft zu einer sichtbaren Gelbfärbung der Blätter (Herbsteln), was ein Zeichen für den erfolgreichen Abbau der Nährstoffe ist. Das Ergebnis soll ein reineres, weicheres und geschmackvolleres Endprodukt mit sauber verbrennender, weißer Asche sein.

Der richtige Zeitpunkt und die Dauer

Der optimale Zeitpunkt für den Beginn des Spülens hängt vom individuellen Reifegrad der Pflanze und dem verwendeten Anbaumedium ab. In der Regel wird der Prozess ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Erntetermin eingeleitet. Ein Taschenmikroskop zur Beobachtung der Trichome ist hierfür das beste Hilfsmittel. Sobald die Mehrheit der Trichome milchig-trüb erscheint, ist es Zeit, mit dem Spülen zu beginnen.

Die Dauer variiert:

  • Erde: In stark vorgedüngter Erde wird meist länger gespült, etwa 10 bis 14 Tage.
  • Kokos/Hydroponik: In inerten Medien wie Kokos oder in hydroponischen Systemen ist die Spülphase kürzer, oft nur 5 bis 7 Tage, da die Nährstoffe nicht im Substrat gepuffert werden.

Die richtige Vorgehensweise

Das Spülen selbst ist unkompliziert. Anstatt der üblichen Nährlösung wird der Pflanze ausschließlich Wasser verabreicht. Entscheidend ist hierbei, dass das Wasser auf den korrekten pH-Wert (für Erde ca. 6,0 – 6,8) eingestellt wird, um die Nährstoffaufnahme der verbleibenden Salze nicht zu blockieren.

Beim ersten Spülvorgang kann eine größere Menge Wasser verwendet werden, bis ein deutlicher Drain (ca. 20-30 % der Wassermenge) aus den Topflöchern austritt. Dies hilft, die angesammelten Salze effektiv aus dem Wurzelbereich zu schwemmen. In den folgenden Tagen wird die Pflanze dann nach Bedarf normal mit dem pH-regulierten Wasser gegossen, bis die Ernte ansteht.

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