Cannabigerol

Cannabigerol, kurz CBG, ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in der Cannabispflanze vorkommt. Es gilt als eines der wichtigsten Cannabinoide, da es die biochemische Vorstufe für viele andere, bekanntere Verbindungen wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) darstellt. Aus diesem Grund wird es oft als das „Mutter-Cannabinoid“ oder die „Stammzelle“ der Cannabinoide bezeichnet.

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Die Rolle als „Mutter-Cannabinoid“

Die herausragende Bedeutung von Cannabigerol liegt in seiner Rolle im Lebenszyklus der Pflanze. In jungen Cannabispflanzen liegt es primär in seiner sauren Form, der Cannabigerolsäure (CBGA), vor. Während die Pflanze reift, produzieren spezifische Enzyme, die sogenannten Synthasen, eine chemische Umwandlung.

Diese Enzyme nutzen CBGA als Baustein, um es in die drei primären Cannabinoid-Linien umzuwandeln:

  • Tetrahydrocannabinolsäure (THCA)
  • Cannabidiolsäure (CBDA)
  • Cannabichromensäure (CBCA)

Erst durch einen Prozess namens Decarboxylierung (meist durch Erhitzen) werden diese sauren Formen in ihre aktiven Gegenstücke THC, CBD und CBC umgewandelt. Da das meiste CBGA im Laufe der Blütephase in diese anderen Verbindungen umgewandelt wird, weisen die meisten reifen Cannabissorten nur sehr geringe Konzentrationen an CBG auf, oft unter 1%.

Eigenschaften und potenzielle Wirkung

Im Gegensatz zu THC hat Cannabigerol keine berauschende oder psychoaktive Wirkung. Das wissenschaftliche Interesse an CBG ist in den letzten Jahren jedoch stark gestiegen, da frühe Forschungen auf eine Reihe potenzieller therapeutischer Eigenschaften hindeuten. Es interagiert mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, allerdings auf eine andere Weise als THC oder CBD.

Die Forschung befindet sich noch in einem frühen Stadium, aber die vorhandenen Studien untersuchen das Potenzial von CBG in verschiedenen Bereichen.

Bedeutung für Gärtner und Züchter

Für den Anbau bedeutet die Rolle von CBG als Vorstufe, dass der Erntezeitpunkt einen direkten Einfluss auf den Cannabinoid-Gehalt hat. Eine sehr frühe Ernte würde theoretisch zu einem höheren CBG-Anteil führen, allerdings auf Kosten des THC- und CBD-Gehalts.

Aufgrund des wachsenden Interesses haben Züchter mittlerweile begonnen, spezielle Cannabissorten zu entwickeln, die genetisch so modifiziert sind, dass sie die Enzyme für die Umwandlung von CBGA blockieren. Das Ergebnis sind Pflanzen, die bei der Ernte einen außergewöhnlich hohen CBG-Gehalt aufweisen, während der THC-Gehalt minimal bleibt. Diese „CBG-Strains“ werden speziell für die Extraktion des reinen Cannabinoids angebaut.

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