Überwässerung

Überwässerung bezeichnet den Zustand, bei dem das Wurzelsystem einer Pflanze durch exzessives oder zu häufiges Gießen unter einem Mangel an Sauerstoff leidet. Obwohl Wasser für das Pflanzenleben unerlässlich ist, führt ein permanenter Wasserüberschuss im Substrat dazu, dass die für die Wurzelatmung notwendige Luft verdrängt wird. Dies ist einer der häufigsten und schädlichsten Fehler, insbesondere bei Anfängern im Cannabisanbau.

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Symptome einer Überwässerung erkennen

Die Anzeichen einer Überwässerung können leicht mit denen einer Unterwässerung verwechselt werden, es gibt jedoch entscheidende Unterschiede. Ein genaues Beobachten der Pflanze ist daher essenziell.

Typische Symptome sind:

  • Hängende Blätter: Die Blätter hängen schlaff nach unten, fühlen sich aber fest und prall an. Sie wirken oft „schwer“ und sind nach unten gekrümmt, fast wie eine Kralle. Dies unterscheidet sie von den welken, leblosen Blättern einer unterwässerten Pflanze.
  • Gelbfärbung (Chlorose): Die Blätter, oft beginnend bei den unteren, älteren Blättern, verfärben sich gleichmäßig gelb. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann.
  • Gestopptes Wachstum: Die Pflanze stellt ihr Wachstum sichtbar ein, da die Wurzeln ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.
  • Dunkle, feuchte Erde: Die Erdoberfläche trocknet auch nach mehreren Tagen nicht ab. Es kann sich sogar ein grüner Belag aus Algen bilden.

Ursachen und Folgen für die Pflanze

Die Hauptursache für Überwässerung ist nicht unbedingt die Menge des Wassers pro Gießvorgang, sondern die Häufigkeit. Wenn eine Pflanze gegossen wird, bevor das Substrat ausreichend abtrocknen konnte, werden die Wurzeln permanent in einer sauerstoffarmen Umgebung gehalten.

Weitere begünstigende Faktoren sind:

  • Schlechte Drainage: Ein Topf ohne Abflusslöcher oder ein stark verdichtetes, lehmiges Substrat verhindern, dass überschüssiges Wasser abfließen kann.
  • Zu großer Topf: Eine kleine Pflanze in einem überdimensionierten Topf verbraucht nur wenig Wasser. Das große Erdvolumen bleibt lange nass und fördert Wurzelfäule.

Die Folgen einer chronischen Überwässerung sind gravierend. Der Sauerstoffmangel (Hypoxie) im Wurzelbereich führt dazu, dass die Wurzeln ihre Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme verlieren. Gleichzeitig schafft die anaerobe, feuchte Umgebung ideale Bedingungen für schädliche Pilze und Bakterien, die Wurzelfäule verursachen. Die Wurzeln werden braun, matschig und sterben ab, was letztendlich zum Tod der gesamten Pflanze führen kann.

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