Mykorrhiza

Mykorrhiza ist eine symbiotische Gemeinschaft, die zwischen den Wurzeln der meisten Pflanzenarten, einschließlich Cannabis, und bestimmten nützlichen Bodenpilzen gebildet wird. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet wörtlich „Pilzwurzel“. Diese natürliche Partnerschaft ist einer der wichtigsten Faktoren für ein gesundes Bodenleben und spielt eine entscheidende Rolle bei der Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanze. Für Gärtner, insbesondere im organischen Anbau, ist die gezielte Förderung von Mykorrhiza ein Schlüssel zu vitaleren Pflanzen und höheren Erträgen.

Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert die Symbiose?

Die Partnerschaft zwischen Pflanze und Pilz ist ein klassisches Beispiel für gegenseitigen Nutzen. Die Pilze bilden ein riesiges, unterirdisches Netzwerk aus feinen Fäden, den sogenannten Hyphen, das als Myzel bekannt ist. Dieses Myzel verbindet sich mit den Pflanzenwurzeln und fungiert als massive Erweiterung des Wurzelsystems.

Der Tauschhandel funktioniert wie folgt:

  • Die Pflanze versorgt den Pilz: Über die Photosynthese produziert die Pflanze Zucker (Kohlenhydrate), den sie nicht vollständig selbst benötigt. Bis zu 30% dieser Energie gibt sie über die Wurzeln an den Pilz ab, der sich davon ernährt.
  • Der Pilz versorgt die Pflanze: Das feine Myzel-Netzwerk kann in Bodenspalten vordringen, die für die dickeren Pflanzenwurzeln unerreichbar sind. Dadurch erschließt der Pilz für die Pflanze ein viel größeres Reservoir an Wasser und Nährstoffen. Besonders effektiv ist er bei der Mobilisierung von Nährstoffen, die für die Pflanze nur schwer verfügbar sind, wie zum Beispiel Phosphor und Zink.

Dieses erweiterte Netzwerk macht die Pflanze widerstandsfähiger und effizienter in der Nutzung der im Boden vorhandenen Ressourcen.

Die Vorteile von Mykorrhiza im Cannabisanbau

Die gezielte Ansiedlung von Mykorrhiza-Pilzen im Wurzelbereich von Cannabispflanzen bringt eine Reihe von entscheidenden Vorteilen mit sich, die direkt zu einer erfolgreicheren Ernte beitragen.

  • Verbesserte Nährstoffaufnahme: Das riesige Hyphennetzwerk erhöht die Oberfläche zur Nährstoffaufnahme um ein Vielfaches. Dies führt zu einer besseren Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen, was Mangelerscheinungen vorbeugt.
  • Gesteigerte Trockenresistenz: Durch den besseren Zugang zu Wasserreserven im Boden können Pflanzen mit einer etablierten Mykorrhiza-Symbiose Trockenperioden deutlich besser überstehen.
  • Erhöhter Schutz vor Krankheitserregern: Das dichte Pilzgeflecht bildet eine physische Barriere um die Wurzeln und schützt sie so vor dem Eindringen von schädlichen Nematoden oder pathogenen Pilzen.
  • Verbesserte Bodenstruktur: Das Myzel hilft, die Bodenpartikel zu aggregieren, was die Belüftung und Wasserspeicherfähigkeit des Substrats verbessert.
  • Stärkeres Wurzelwachstum: Die Symbiose stimuliert die Entwicklung eines kräftigeren und gesünderen Wurzelsystems.

Anwendung in der Praxis

Mykorrhiza ist im Handel meist in Form von Sporen als Pulver oder Granulat erhältlich. Die Anwendung ist unkompliziert und sollte idealerweise so erfolgen, dass die Sporen in direkten Kontakt mit den Wurzeln der Pflanze kommen.

Die effektivste Methode ist, das Pulver direkt in das Pflanzloch zu geben, bevor der Sämling oder die Jungpflanze eingesetzt wird. Auch beim Umtopfen kann das Granulat der neuen Erde beigemischt werden. Viele hochwertige organische Erdmischungen enthalten bereits Mykorrhiza-Sporen.

Wichtig zu wissen ist, dass hohe Konzentrationen von synthetischen, mineralischen Düngern – insbesondere Phosphordünger – die Entwicklung der Symbiose hemmen können. Die Pflanze ist bei einem Überangebot an leicht verfügbaren Nährstoffen nicht mehr auf die Partnerschaft mit dem Pilz angewiesen und geht diese nicht mehr so bereitwillig ein.

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