Begleitpflanzung
Begleitpflanzung, auch bekannt als Mischkultur, ist eine biologische Anbaumethode, bei der verschiedene Pflanzenarten strategisch nebeneinander gesetzt werden, um voneinander zu profitieren. Das Ziel ist es, ein kleines, sich selbst regulierendes Ökosystem zu schaffen, in dem die Pflanzen sich gegenseitig unterstützen. Im Cannabisanbau wird die Begleitpflanzung genutzt, um auf natürliche Weise Schädlinge abzuwehren, nützliche Insekten anzulocken, die Bodengesundheit zu fördern und die angebauten Pflanzen zu tarnen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Vorteile der Begleitpflanzung im Cannabis-Anbau
- Beliebte Begleitpflanzen für Cannabis
- Siehe auch
Die Vorteile der Begleitpflanzung im Cannabis-Anbau
Durch die gezielte Auswahl von Nachbarpflanzen lassen sich für den Cannabis-Anbau mehrere positive Effekte erzielen, die insbesondere im biologischen und naturnahen Anbau von großem Wert sind.
Natürliche Schädlingsabwehr
Viele aromatische Kräuter und Blumen verströmen intensive Düfte, die von Schädlingen wie Blattläusen, SpinnmilbenSpinnmilben sind winzige Spinnentiere, die sich von Pflanzensaft ernähren und bei Cannabispflanzen erheblichen Schaden anrichten können. Ein Befall ist an feinen Gespinsten und kleinen gelben Punkten auf den Blättern erkennbar. Mehr dazu im Grow-Wiki oder der Weißen Fliege als unangenehm empfunden werden. Pflanzen wie Lavendel, Pfefferminze oder Basilikum können eine Art Duftbarriere um die Cannabispflanzen bilden und so einen Befall auf natürliche Weise reduzieren. Andere Pflanzen, wie zum Beispiel Ringelblumen, geben Stoffe in den Boden ab, die schädliche Fadenwürmer (Nematoden) im Wurzelbereich abwehren.
Anlocken von Nützlingen
Während Schädlinge abgeschreckt werden, ziehen bestimmte Blütenpflanzen nützliche Insekten an. Dill, Fenchel oder Koriander locken beispielsweise Marienkäfer und Florfliegen an, deren Larven zu den effektivsten natürlichen Fressfeinden von Blattläusen zählen. So entsteht eine biologische Schädlingskontrolle direkt am Standort.
Verbesserung der Bodenqualität
Einige Pflanzen haben die Fähigkeit, die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit zu verbessern. Leguminosen wie Klee oder Bohnen gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein und können so StickstoffStickstoff (N) ist ein primärer Makronährstoff und der Motor für das vegetative Wachstum von Cannabis. Er ist ein zentraler Baustein für Chlorophyll sowie Proteine und verantwortlich für die Entwicklung kräftiger, grüner Blätter und Stängel. Mehr dazu im Grow-Wiki aus der Luft im Boden binden. Dieser steht dann auch den benachbarten Cannabispflanzen als wichtiger NährstoffNährstoffe sind chemische Elemente, die für das Wachstum und die Entwicklung von Cannabispflanzen unerlässlich sind. Man unterscheidet zwischen Makronährstoffen (z.B. N, P, K) und Mikronährstoffen, die in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus benötigt werden. Mehr dazu im Grow-Wiki zur Verfügung. Pflanzen mit tiefen Pfahlwurzeln können zudem verdichteten Boden auflockern und die Durchlüftung verbessern.
Tarnung und Sichtschutz
Für Outdoor-Gärtner ist Diskretion oft ein wichtiger Faktor. Hochwachsende und buschige Begleitpflanzen wie Sonnenblumen, Mais oder diverse Ziergräser können Cannabispflanzen effektiv tarnen und vor neugierigen Blicken schützen. Die Vielfalt an Formen und Farben lässt den Anbauort wie ein gewöhnliches, buntes Blumen- oder Gemüsebeet aussehen.
Beliebte Begleitpflanzen für Cannabis
Die Auswahl der richtigen Partner ist entscheidend für den Erfolg. Hier sind einige bewährte Begleitpflanzen:
- Basilikum: Sein starker Geruch soll BlattläuseBlattläuse sind kleine, pflanzensaftsaugende Insekten, die in Kolonien auftreten und Cannabis-Pflanzen schädigen. Sie verursachen Wachstumsstörungen, Honigtau-Ablagerungen und können Viren übertragen. Mehr dazu im Grow-Wiki und die Weiße Fliege abwehren.
- Lavendel: Wehrt Motten und Flöhe ab und sein intensiver Duft hilft, den Cannabisgeruch zu überdecken.
- Pfefferminze: Ein effektiver Schädlingsschreck, der jedoch aufgrund seines aggressiven Wachstums am besten in einem separaten Topf in der Nähe platziert wird.
- Ringelblume (Calendula): Eine der besten Allzweck-Begleitpflanzen. Sie hält Bodenschädlinge wie Nematoden fern.
- Dill & Koriander: Ziehen NützlingeEin Nützling ist ein Lebewesen, das im Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird. Diese Organismen, wie z.B. Marienkäfer oder Raubmilben, sind die natürlichen Fressfeinde von Pflanzenschädlingen. Mehr dazu im Grow-Wiki wie Schwebfliegen und Marienkäfer an.
- Weißklee: Dient als lebender MulchMulchen ist das Abdecken des Bodens um Pflanzen mit organischem Material wie Stroh oder Grasschnitt. Es reduziert die Wasserverdunstung, unterdrückt Unkrautwachstum und verbessert langfristig die Bodenfruchtbarkeit. Mehr dazu im Grow-Wiki, unterdrückt Unkraut und reichert den Boden mit Stickstoff an.
